Kolorektale Chirurgie am Darmzentrum Frankfurt-Höchst
Die kolorektale Chirurgie behandelt die entzündlichen und tumorösen Erkrankungen des Dick- und Mastdarmes. Die insgesamt recht häufigen Krebserkrankungen von Dick- und Mastdarm treten spontan auf oder bei familiärer Prädisposition, entwickeln sich meist aus Polypen und können durch Vorsorge-Dickdarmspiegelungen oft rechtzeitig erkannt werden. Ungünstig ist eine späte Diagnose, wenn die Erkrankung bereits in Leber oder Lunge gestreut hat oder gar ein Darmverschluß durch den Tumor vorliegt.
Die Behandlung besteht in der Entfernung des befallenen Darmabschnittes, wobei die Grenzen durch das Versorgungsgebiet der benachbarten Schlagadern und den Abfluß der Lymphknoten vorgegeben ist. Bei einer geplanten Operation gelingt durch ein Aneinandernähen der Darmenden (Anastomose) in der Regel ein Kontinuitätserhalt, im Notfall und speziell im Darmverschluß zwingt der weit aufgedehnte und gestaute Darm den Operateur oft zur Anlage eines künstlichen Ausganges, der aber später eventuell wieder zurückverlegt werden kann.
Die feingewebliche Untersuchung (Histologie) des entfernten, krebsbefallenen Darmanteiles zeigt dann einen möglichen Befall der Lymphknoten. Ist dieser gegeben, wird meist eine anschließende Chemotherapie empfohlen. Glücklicherweise hat die Nachbehandlung des Dick- und Mastdarmkrebses in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. So sind die Chemotherapien verbessert worden und die Vorbestrahlung bestimmter Stadien des Mastdarmkrebses hat eine bessere Prognose erbracht.
Aber auch die Chirurgie hat sich deutlich verbessert. Die TME (Totale Mesorektale Exstirpation) hat beim Mastdarmkrebs die Rate des lokalen Wiederauftretens deutlich herabgesetzt und die Metastasenchirurgie hat Heilung in früher verloren geglaubten Fällen gebracht. Voraussetzung zum Erfolg bei der Entfernung von Leber- oder Lungenmetastasen ist allerdings die vollständige Entfernung allen Tumorgewebes (R0-Resektion) – ein Debulking wie beim Gebärmutterkrebs ist in der Chirurgie des Dick- und Mastdarmkrebses nicht erlaubt.
Die Divertikelbildung ist häufig (im Alter fast die Hälfte der Bevölkerung) und auf ballastarme Kost zurückzuführen. Diese Ausstülpungen der Darmschleimhaut durch Lücken in der muskelschwachen Dickdarmwand können zu Entzündungen führen, die bei ungünstigem Verlauf ein Platzen des Darmes oder eine Fistelbildungen (z.B. in die Harnblase) zur Folge haben. Nach heftigen Entzündungen sollte daher der befallene Darmabschnitt (meist das Colon sigmoideum) im beschwerdefreien Intervall entfernt werden. Dies kann ebenso wie bei der Krebserkrankung durch direkte Wiederherstellung der Darmkontinuität erreicht werden, meist auch in der schonenderen Spiegelungstechnik (laparoskopische Resektion), während die Notfall-Operation bei geplatztem Darm auch hier meist zur Anlage eines künstlichen Ausganges zwingt.
Chronsch entzündliche Darmerkrankungen
Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zählen zu den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, die sich oft durch Durchfälle und Schmerzen bemerkbar machen, der Morbus Crohn zudem durch Darmverengungen und Fisteln, die Colitis ulcerosa eher durch Blutungen. Oft können diese Erkrankungen durch Medikamente jahrelang kontrolliert und begrenzt werden, doch manchmal werden Operationen notwendig. So kann die Colitis ulcerosa durch die vollständige Entfernung des Dick- und Mastdarmes behandelt werden, während man beim Morbus Crohn versucht, Darmverengungen und Fisteln unter möglichst geringem Gewebeverlust zu beseitigen.
