Arzt Eberhard Haas im Einsatz auf der neurochirurgischen Intensivstation.
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Nach schweren Schädelhirnverletzungen (Schädelhirntrauma), spontanen Hirnblutungen, Schlaganfällen oder infolge von Infektionen und Tumorleiden kommt es zur Hirnschwellung mit Steigerung des Schädelinnendrucks (intracranieller Druck). Ist dieser Druck höher als der Blutdruck, kann das Gehirn nicht mehr durchblutet werden und es besteht Lebensgefahr für den Patienten.
Die moderne neurochirurgische Intensivmedizin setzt alles daran, diesem Mechanismus entgegenzuwirken. Dazu gehören optimale Beatmungsmethoden, weil eine optimale Sauerstoffversorgung des Gewebes und ein optimaler Kohlendioxidabtransport aus dem Gewebe den Hirndruck senkt und damit wieder die Durchblutung verbessert. Man kann den Hirndruck und auch den Sauerstoffgewebsdruck im Gehirn mit Sonden messen, die in kritischen Fällen eingesetzt werden. Die Hirndurchblutung wird dopplersonographisch am Krankenbett überwacht. Zusätzlich werden in geeigneten Zeitabständen und bei unklarer Verschlechterung CT-Diagnostik und MRT-Diagnostik eingesetzt. Neben den medikamentösen und beatmungstechnischen Möglichkeiten der Hirndrucksenkung und Durchblutungsverbesserung werden in geeigneten Fällen invasive durchblutungsverbessernde Maßnahmen wie Katheterangiographie (Darstellung der Gefäße mit Kontrastmittel) und anschließender pharmakologischer (intraarterielle Therapie) oder mechanischen (Ballondilatation) Gefäßerweiterung durchgeführt. Manchmal ist eine rettende Operation, die den Schädel eröffnet, um den Druck zu senken, die einzige Maßnahme, die noch Abhilfe verspricht. Alle diese Methoden erfordern nicht nur eine sehr gute apparative Ausstattung, sondern ein differenziertes, situationsangepasstes Management durch ein erfahrenes Team.
