Behandlung der Makuladegeneration

Behandlungsmöglichkeiten der Makuladegeneration

Das Bild zeigt einen Patienten bei der Behandlung der Makuladegeneration

Alle bisherigen Methoden zur Behandlung der Makuladegeneration haben sich als nur begrenzt wirksam erwiesen. Eine Therapiemöglichkeit für Patienten mit einer trockenen Makuladegeneration gibt es in der Regel nicht (mit Ausnahme der weiter unten angegebenen neuen Operationsmethode). Die im folgenden aufgeführten Behandlungsverfahren beziehen sich deshalb auf die feuchte Makuladegeneration.

  • Argon-Laserkoagulation
  • Photodynamische Therapie (PDT)
  • Intravitreale Injektion von Triamcinolon®, Macugen®, Lucentis® oder Avastin®
  • Makularotation (oder Makulatranslokation) 

Argon-Laserkoagulation 
 
Bei der Laserkoagulation wird versucht, neu gebildete Blutgefäße mit dem Laserstrahl zu verschließen. Allerdings wird heute eine solche Behandlung nur noch selten durchgeführt, nämlich nur in Fällen, in denen die Blutgefäße relativ weit entfernt vom Zentrum der Makula (Fovea) liegen. Nach einer Laserkoagulation kommt es allerdings häufig zu einem Rezidiv: Innerhalb von drei Jahren entwickeln 50 % der laserbehandelten Augen neue Blutgefäßwucherungen und Blutungen.  

Photodynamische Therapie (PDT) 

In einigen Fällen kann man die Blutgefäße durch die sogenannte Photodynamische Therapie verschließen. Erreicht wird meist aber nur ein vorübergehender Verschluss der krankhaften Gefäße, so dass die Behandlung in der Regel in dreimonatigen Abständen wiederholt werden muss. Die Methode besteht darin, dass ein lichtaktivierbarer Farbstoff (Medikament Verteporfin) mittels intravenöser Infusion in die Blutbahn geleitet wird. Er reichert sich in den Blutgefäßwucherungen unter der Netzhaut an und wird dann durch die Bestrahlung mit dem Licht eines speziellen Lasers aktiviert. Das durch das Licht angeregte Verteporfin verschließt letztlich gezielt die Blutgefäßwucherungen, ohne dass umliegendes sensibles Netzhautgewebe in Mitleidenschaft gezogen wird.

Die Wiedergewinnung eines verloren gegangenen Lese-Sehvermögens wird allerdings nur in Ausnahmefällen mit der PDT erzielt. Im Vergleich zu unbehandelten Augen kommt es jedoch mit der PDT häufiger zu einer Stabilisierung und seltener zu einem weiteren Verlust des Sehvermögens. Dieses trifft auch für die Makulaveränderungen zu, die im Rahmen einer hohen Kurzsichtigkeit auftreten ("myope Makulopathie"). Seit der Einführung der Avastin® und Lucentis® Injektionstherapie (siehe unten) wird heute die PDT nur noch vergleichsweise selten durchgeführt. Gelegentlich wird sie mit der Avastin® oder Lucentis® Injektion kombiniert.  

Intravitreale Corticosteroid Injektion (Wirkstoff Triamcinolon oder Dexametason) 

Die Injektion eines Cortison-Depot-Präparates in den Glaskörper (intravitreal) kann zur Behandlung von Makulaödemen unterschiedlicher Ursachen (nach Kataraktoperationen, venösen Gefäßverschlüssen bei Diabetis mellitus), die nicht auf eine Therapie mit Augentropfen oder eine Lasertherapie ansprachen, eingesetzt werden. Das etwa drei Monate im Glaskörperraum verbleibende Cortison führt nicht selten schon nach wenigen Tagen zu einer Verringerung oder Rückbildung eines möglicherweise gleichzeitig bestehenden Makulaödems (Flüssigkeitsansammlung in der Netzhaut). Die Injektion kann in Kombination mit anderen Verfahren (PDT, Lucentis®, Avastin®) angewendet werden.  

Intravitreale Macugen® Injektion (Wirkstoff: Pegaptanib) 

Das Medikament hemmt spezifisch eine Form des Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF) und hemmt somit das krankhafte Gefäßwachstum bei der feuchten altersbedingten Makuladegeneration. Es sind wiederholte Injektionen alle 6 Wochen erforderlich. Mit den wiederholten Injektion wird versucht das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten. Macugen wird heute vergleichsweise selten eingesetzt, da nach zahlreichen Studien die intravitreale Injektion von Avastin® oder Lucentis® wirksamer ist.  

Intravitreale Injektion von Avastin® (Wirkstoff: Bevacizumab) und Lucentis® (Wirkstoff: Ranibizumab) 

Avastin® und Lucentis® sind Antikörper gegen den Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF). VEGF spielt eine entscheidende Rolle bei der Ausbildung von neuen Blutgefäßen. Substanzen, die VEGF binden und hemmen, können deshalb wirksam bei der feuchten Form der Makuladeneration eingesetzt werden. Avastin® wurde zur Tumorbehandlung entwickelt und wird beispielsweise bei der Therapie des Dickdarm-Carzinoms eingesetzt. Tumore besitzen ebenfalls ein krankhaftes Gefäßwachstum. Avastin® kann durch den Verschluß der tumoreigenen Blutgefäße zum "Aushungern" des Tumors führen. 
Mittlerweile, seit 2005, wird Avastin® häufig auch bei der altersbedingten Makuladegeneration und bei anderen exudativen Makulaerkrankungen eingesetzt, ist hierfür aber nicht zugelassen. Lucentis® wurde dagegen speziell für die Anwendung am Auge entwickelt. 

Zahlreiche Studien haben nachgewiesen, dass durch die Injektionen von Avastin® oder Lucentis® die feuchte Form der Makuladegeneration in ihrer Progression gestoppt werden kann und es mehrheitlich zu einer Verbesserung der Sehschärfe kommt. Allerdings muss die Injektion von Avstin® und Lucentis® in den Glaskörper mehrfach wiederholt werden. 

Heute kommt folgendes Behandlungsschema häufig zum Einsatz:
Bei der Ersterkennung der feuchten Makuladegeneration 3 Injektionen in 4 - 6-wöchigem Abstand, anschließend weitere Injektionen je nach Befund. Häufig sind Injektionen in 3-monatigem Abstand erforderlich. 

Die Injektionstherapie mit Lucentis® ersetzt heutzutage in vielen Fällen die photodynamische Therapie. In ausgewählten Fällen kommt auch eine Kombinationstherapie mit einer PDT in Frage.

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