Besondere Behandlungsverfahren

Kunsttherapie

Sonja Pilz, Oberärztin, Dr. med. Yvonne Bedei, Oberärztin, und Dr. phil. Petra Saltuari, Kunsttherapeutin, alle Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Klinikum Frankfurt Höchst

In der Kunsttherapie geht es um einen authentischen Ausdruck und nicht vorrangig um Kunst, sind sich Mediziner und Therapeuten einig.

Für länger liegende schwangere Patientinnen bieten wir dieses Verfahren im Sinne der Entlastung in schwierigen oder sorgenvollen Zeiten. Kunsttherapie bietet Zeit und Raum, um wieder zu sich selbst zu kommen, Träume aber auch Ängste zuzulassen und kreativ neue Ziele und Wege zu finden. Das Verfahren wird als Einzelstunden im Rahmen des stationären Aufenthaltes angeboten.

Je nach individueller Situation finden im Rahmen der Kunsttherapie mehrere Sitzungen pro Woche statt. Die Patientinnen fühlen sich mit Unterstützung der Kunsttherapie persönlich entlastet, konnten sich mit einem längeren stationären Aufenthalt besser arrangieren, waren zeitweise abgelenkt von ständigen Sorgen und Ängsten und gelangten von der passiven Haltung im Krankenbett hin zur Aktivität in der kunsttherapeutischen Gestaltung. Diese spezielle Form der Kunsttherapie in der Geburtshilfe richtet sich an
Frauen, die in der Schwangerschaft lange liegen müssen und sich nicht bewegen dürfen, die eine Frühgeburt hatten, deren Kind in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin liegt oder die gar eine Totgeburt erlitten haben.

Die Kunsttherapie findet direkt am Bett statt, wenn die Frauen nicht aufstehen dürfen. Sind sie in einem Mehrbettzimmer untergebracht, werden sie mit dem Rollstuhl oder Bett in einen separaten Raum gefahren. Die Kunsttherapie am Krankenbett wird hauptsächlich mit einfach zu verwendenden Materialien angeboten, d.h. einem Block und Wachskreiden, eventuell Collagen-Material wie Zeitschriften, Fotos. Entspannung durch Atemübungen und Phantasiereisen sowie Gespräche unterstützen den kreativen Prozess. Die Lust am Tun steht dabei im Vordergrund. 

Das kunsttherapeutische Angebot am Klinikum Frankfurt Höchst richtet sich aber nicht nur an Risikoschwangere, sondern auch an Schwangere und Mütter mit psychischen Belastungen wie peri- oder postpartale Depressionen, also Depressionen, die über den so genannten Baby Blues hinausgehen. Seit zehn Jahren betreut die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie – Psychosomatik betroffene Mütter gemeinsam mit ihren Kindern im Rahmen der Mutter-Kind-Therapien, pro Jahr etwa 30 Mutter-Kind Therapien. Die Behandlungsdauer liegt zwischen vier bis acht Wochen. Bei Bedarf können auch Vater-Kind-Behandlungen durchgeführt werden.

Bild aus der Kunsttherapie
Bild aus der Kunsttherapie
Bild aus der Kunsttherapie
Bild aus der Kunsttherapie
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