Im Sozialpädiatrischen Zentrum werden Kinder und ihre Familien über den medizinischen Bedarf hinaus umfassend betreut.
Kinder mit Entwicklungsauffälligkeiten, mit angeborenen oder erworbenen körperlichen und geistigen Behinderungen sowie Kinder mit chronischen Erkrankungen brauchen Ärzte und Ärztinnen, die ihre – meist seltenen – Krankheitsbilder gut kennen und die sie in ihrem ganz persönlichen Krankheitsverlauf intensiv kennen lernen und begleiten. Diese Kinder brauchen darüber hinaus die verschiedensten Therapeuten, die ihnen zum Beispiel helfen, ihre Körper sicherer zu bewegen, die Sprache besser zu beherrschen, notwendige Hilfsmittel anzupassen oder die sie unterstützen, auf ihre Umwelt besser reagieren zu können.
Sie sind gezwungen mit verschiedenen Schwierigkeiten fertig zu werden, die sich aus ihren Auffälligkeiten, Krankheiten und Behinderungen ergeben. Sie benötigen Unterstützung in der Kindertagesstätte, in der Schule und in der Freizeit. Sie müssen sich damit auseinandersetzen, dass ihre Körper und Leben ein wenig oder deutlich anders sind als bei anderen Kindern. Auch Eltern bedürfen oft der Unterstützung, um ihr Kind nicht zu sehr zu lieben, zu verwöhnen, zu bemitleiden oder zu überfordern. Sie müssen lernen zu akzeptieren, dass ihr Kind anders ist und anderes braucht. Das ist alles zumeist äußerst schwer allein zu bewältigen. Es gibt keine Vorbilder für die Eltern, sie sind auf ihrem Weg oft allein. Unterstützung finden die Familien durch Schulung und Beratung im SPZ, bei anderen betroffenen Familien, in Selbsthilfegruppen und Elternvereinen.
Die Sozialpädiatrischen Zentren (SPZ) in Deutschland sind spezialisierte Einrichtungen der ambulanten Krankenversorgung zur Untersuchung und Behandlung von Kindern und Jugendlichen.
Sie arbeiten im Auftrag, d.h. ausschließlich auf Überweisung der niedergelassenen Ärzte. Inhaltlicher Schwerpunkt der Sozialpädiatrischen Zentren sind alle Krankheiten, die Entwicklungsstörungen, Behinderungen, Verhaltensauffälligkeiten oder seelische Störungen mit sich bringen oder bringen können. Zur Aufgabe der SPZ gehören auch Untersuchungen bei Verdacht auf die o.g. Krankheiten.
Was bedeutet "Interdisziplinär"?
Interdisziplinär steht hier für die Zusammenarbeit der verschiedenen Spezial-Disziplinen (siehe oben), die gemeinsam an der Versorgung der Patienten arbeiten, um so eine möglichst umfassende Betreuung zu ermöglichen. Natürlich wird auch innerhalb der einzelnen Sprechstunden - wie im SPZ-Konzept erläutert - in Teams aus verschiedenen Berufsgruppen "interdisziplinär" gearbeitet. Bei der Namensgebung war jedoch die Absicht entscheidend, die möglichst enge Zusammenarbeit der Spezialgebiete (=Disziplinen) herauszustellen.

