
Nach einer Operation werden sämtliche Instrumente direkt zur Sterilisation gebracht. Alles was im OP war, muss aufbereitet werden – egal ob benutzt oder nicht. Die Arbeitsabläufe in der Zentralen Sterilgutversorgung sind dabei exakt festgelegt und klar definiert, also standardisierte Prozesse, die für alle Kliniken gelten. Die Annahme, Reinigung, Desinfektion, Sterilisation und abschließende Pflege/Kontrolle der OP-Instrumente erfolgt nach dem Prinzip einer Einbahnstraße. Jeder einzelne Arbeitsschritt wird überprüft und streng dokumentiert.
Arbeitsablauf
Die Zentrale Sterilgutversorgung eines Klinikums ist in verschiedene Zonen geteilt, den unreinen Bereich und den reinen Bereich:
ARD–Zone (Annahme, Reinigung und Desinfektion = so genannte "unreine Zone"):
Zuerst erfolgt die Sichtung und Reinigungsvorbereitung (Öffnen von Klemmen und Scheren, lockere Kabelaufwicklung, Entsorgung von Einmalmaterial) des kontaminierten (verunreinigten) Materials. Stark verschmutzte Instrumente oder Instrumente, die Hohlräume aufweisen, müssen sich einer Vorbehandlung im Ultraschallbad unterziehen. Darauf folgt die Hauptreinigung in den RDGs auf verschiedenen Korbeinsätzen und Waschwagen (z.B. MIC-Wagen, Anästhesie-Wagen) mit anschließender thermischer Desinfektion (93 Grad Celsius).

Packbereich (so genannte „reine Zone“):
Nach Beendigung des Reinigungs- und Desinfektionsvorganges erfolgt die Kontrolle aller Teile auf Sauberkeit und Funktion. Defekte und schadhafte Instrumente werden aussortiert und ersetzt sowie Gelenke und Schlüsse mit einem Spezialöl, welches für die Dampfsterilisation zugelassen ist, behandelt.
Mittels vorgegebener Packlisten (Artikelnummer, Artikelbezeichnung, Stückzahl, evtl. Bilder sowie Packrichtung) werden die Instrumentensiebe zusammengestellt und für die Sterilisation vorbereitet.
Je nach Sterilisationsgut kommen unterschiedliche Verpackungsarten/-materialien zur Anwendung (Container, Vlies, Folie):
Container - für fertig zusammengestellte Instrumentensiebe
Vlies - für sperrige Materialien, wie Bauchrahmen etc.
Folie - für Einzelmaterialien

Sterilisation
Die endgültige Abtötung vorhandener Keime auf Materialien kann nur mit einem validierten Sterilisationsverfahren erreicht werden. Je nach Art der Materialien erfolgt die Sterilisation im Dampfsterilisator mit 134 Grad Celsius oder im Plasmasterilisator (Wasserstoffperoxyd).
Bevor nach erfolgter Sterilisation die Materialien die ZSVA verlassen dürfen, müssen diese strenge Kontrollen durchlaufen. Sichtkontrollen durch qualifizierte Mitarbeiter, ob z.B. Verpackungen intakt (nicht durchstoßen oder aufgeplatzt) und trocken sind, Container verschlossen und die Indikatoren am Containerschild bzw. auf der Folienverpackung den farblichen Vorgaben entsprechen, sind eine der erforderlichen Maßnahmen. Erst wenn sämtliche Parameter und Vorgaben erfüllt sind, erfolgt die Freigabe des Materials durch qualifiziertes Personal, die Dokumentation und die Weiterleitung an den Operationsbereich sowie die entsprechenden Abteilungen.

Überprüfungen
Es erfolgen regelmäßige Überprüfungen der eingesetzten Technik/Maschinen und Abläufe nach den geltenden Regeln/Vorschriften. Diese werden entsprechend dokumentiert und archiviert. Zusätzlich erfolgen regelmäßig weitere Routinekontrollen, also Stichprobenkontrollen, z.B. Sichtkontrollen von gepackten Sieben (auf Ordnung, Vollständigkeit, Sauberkeit), ordnungsgemäße Beladung von RDGs.
Das OP-Instrumentarium wird permanent auf beschädigte Oberflächen, Roststellen usw. geprüft. Schadhafte Instrumente gehen zur Reparatur an die entsprechende Fachfirma oder werden entsorgt.
Defekte Instrumente gelangen nicht mehr in den OP, sondern in die Instandsetzung. Nicht reparable Instrumente werden neu beschafft.
Leitung Zentralsterilisation
Christine Dietrich
