25.01.2017, Frankfurt am Main

Modern und innovativ: Gefäßchirurgie unter neuer Leitung

Die Gefäßchirurgie ist ein eigenständiger Fachbereich unter Leitung von Oberarzt Guido Rouhani innerhalb der Chirurgischen Klinik (Chefarzt: Prof. Dr. med. Matthias Schwarzbach). Sie stellt den zentralen Bestandteil des interdisziplinären Gefäßzentrums am Klinikum Frankfurt Höchst dar. Im Fachbereich Gefäßchirurgie werden Krankheitsbilder der Hauptschlagader (Aorta), Halsschlagader (Carotis), die periphere arterielle Verschlusskrankheit, und Venenerkrankungen behandelt. „Gerade auf dem Gebiet der Gefäßchirurgie gab es in den vergangenen Jahren viele Neuentwicklungen, aber viele Patienten wissen leider gar nicht, dass sie an einer Gefäßerkrankung leiden. Immer wieder werden daher Patienten mit lebensbedrohlichen Gefäßkrankheiten eingeliefert, deren Krankheitsverlauf dann dramatischer und deren Behandlung aufwendiger ist. Wir sind wir ein Standort für innovative Gefäßchirurgie auf höchstem Niveau, an dem modernste Stentprothesen wie z. B. individuell gefertigte gefensterte und mit Seitenarmen versehen Endoprothesen implantiert werden“, so Oberarzt Rouhani, der kürzlich die Leitung dieses Fachbereichs übernommen hat. Die Komplexität dieser Eingriffe erfordert ein entsprechend geschultes Team sowie eine enge Kooperation mit Fachbereichen wie der Anästhesie, Intensivmedizin, Radiologie, Neuroradiologie, Diabetologie, Kardiologie, Neurologie und Nephrologie. Dies erweitert die Sicherheit und die Behandlungsmöglichkeiten unserer Patienten und gewährleistet ein individuell optimiertes Behandlungskonzept.

„Einer der Trends in der Gefäßchirurgie der vergangenen Jahre ist die sogenannte minimal-invasive Chirurgie. Das bedeutet, dass im gefäßchirurgischen Alltag viele Operationen, die früher durch größere, belastendere und komplikationsträchtigere offene Operationsverfahren durchgeführt wurden, nun durch Stentprothesen und kathetergestützte Verfahren ersetzt oder als sogenannte Hybridverfahren ergänzt werden“, unterstreicht Oberarzt Rouhani. Die Patienten profitieren in der Regel durch im Vergleich zur konventionellen offene Operation geringere Sterblichkeit, kürzere Krankenhausaufenthalte, geringere Komplikationsraten und eine schnellere Heilung. Bei den Aufweitungen von Brust- Bauch- und Beckenschlagadern (Aneurysmen) haben wir seit Jahren den Anteil belastender konventioneller Operationen auf unter 5% reduzieren können. Durch die große Erfahrung im Einsatz von komplexen Stentprothesen mit Seitenarmen für alle Bauch- und Beckenorgane konnte dies ohne Kompromisse bezüglich der Haltbarkeit der Gefäßreparatur erzielt werden. Bei den Gabelprothesen für die Beckenschlagadern, die deutschlandweit immer noch zu selten eingesetzt werden, haben wir die längste Nachbeobachtungsstudie weltweit publiziert erklärt der Leiter der Gefäßchirurgie. Bei der Versorgung von Erweiterungen der Brustschlagader und bei den akuten Aortensyndromen wie der Dissektion, einem Einriß der Wandschichten der Aorta, wurde unter seiner Leitung in der Gefäßchirurgie des Klinikum Frankfurt Höchst die bislang größte Serie von Patienten mit Stentprothesen mit Seitenarmen für die Arm und Wirbelschlagadern mit großem Erfolg behandelt. Aufgrund der großen Erfahrung von über 1.900 sogenannten endovaskulären Operationen einschließlich der vielen komplexen Prothesen an den großen Körperschlagadern hat Oberarzt Rouhani regelmäßige nationale und internationale Workshops zu Endovaskulären Operationen an der Klinik etablieren können. Guido Rouhani war als junger Chirurg in seiner Facharztweiterbildung Teil des Teams von Prof. Dr. W.-J. Stelter, dem früheren Chefarzt und Pionier dieser Mitte der neunziger Jahre revolutionären Operationstechniken. 2008 übernahm er als Oberarzt die Leitung der Endovaskulären Gefäßchirurgie und damit das Werk von Prof. Stelter, das er im Bereich der komplexen und individuell gefertigten Stentprothesen weiter ausbaute.

Zu den häufigsten Eingriffe, die sowohl konventionell-operativ als auch minimalinvasiv mit Kathetertechniken behandelt werden, zählen krankhafte Ausweitungen der Hauptschlagader (Aorta), Einengungen (Stenosen) der Halsschlagader (Carotis), alle Varianten der arteriellen Verschlusskrankheit an Beinen, Armen und dem Körper, Tumorerkrankungen mit Beteiligung der Gefäße, Verletzungen mit Beteiligung der Gefäße und die Anlage von Gefäßzugängen für Dialyse und Chemotherapie. Bereits vor über zehn Jahren konnten darüber hinaus minimalinvasive (endovenöse) Veneneingriffe bei Krampfadern in der Klinik etabliert werden. Die Abteilung für Gefäßchirurgie verfügt damit über eine der längsten Expertisen in Deutschland auf diesem Gebiet.

Über das Klinikum
Durch die Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie werden auf ihren verschiedenen Spezialgebieten sämtliche operative Verfahren im Gesamtgebiet der Chirurgie durchgeführt.

Das Klinikum Frankfurt Höchst ist ein leistungsstarker Maximalversorger im größten kommunalen Klinikverbund der Region, der Kliniken Frankfurt Main-Taunus GmbH. In den 22 Kliniken, Instituten und Fachabteilungen werden allein am Standort Frankfurt Höchst jährlich über 36.000 stationäre und 80.000 ambulante Patienten versorgt. Über 2.000 Mitarbeiter setzen sich täglich mit modernster Diagnostik und Therapie für die Gesundheit der uns anvertrauten Patienten ein. Fünf Schulen für pflegerische und nichtärztliche medizinische Fachberufe leisten einen wichtigen Beitrag zum Ausbildungsangebot in der Region. Ein Ersatzneubau wird bis 2019 errichtet.

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