Klinik für Kinder- und Jugendmedizin

Jens Müller, Assistenzarzt

Eigentlich wollte er Schauspieler werden. Aber ob man damit dauerhaft seinen Lebensunterhalt bestreiten kann? Diese Frage hatte Jens Müller, Assistenzarzt in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin/derzeit Kinderintensivstaion B32 am Klinikum Frankfurt Höchst, schnell für sich beantwortet, den ursprünglichen Berufswunsch ad acta gelegt und sich letztlich fürs Medizinstudium entschieden. Das Studium war es schließlich, das den Nordrhein-Westfalen nach Hessen führte, an die Universität Frankfurt. „Das erste Semester war noch sehr unpersönlich“, erinnert sich Jens Müller. „Das Pflegepraktikum in den ersten Semesterferien brachte den entscheidenden Durchbruch und die Bestätigung: ja, der Arztberuf ist der richtige für mich. Ich will Kinderarzt werden.“ Das Praktische Jahr absolvierte er im Klinikum in Höchst, das Wahltertial in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. Auch hier wieder ein Meilenstein in der Entscheidung: „In dem Team will ich arbeiten.“ Seit 2004 ist Jens Müller Assistenzarzt in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Frankfurt Höchst. „Die Wahl meines Berufes und des Klinikums habe ich nicht bereut“, so Jens Müller, der sich nach einer kurzen Auszeit durch die Elternzeit – Jens Müller ist frischgebackener Vater – wieder um die Kinder auf der Kinderintensivstation kümmert und sie ärztlich versorgt.

„Am meisten Spaß macht der Patientenkontakt und dass man in der Medizin so viel bewegen kann. Gerade bei Kindern sieht man sehr schnell die Fortschritte und Erfolge auf dem Weg der Genesung.“ Spaß machen ihm auch die Nähe und die enge Zusammenarbeit mit den Eltern, denen er in erster Linie Sorgen und Ängste um ihren Sprößling nehmen will, insbesondere dann, wenn die Kinder wegen Startschwierigkeiten nach der Geburt im Inkubator betreut und überwacht werden müssen. Etwa bei der Frage, ob die junge Mutter ihr Kind berühren darf im „Wärmebett“. Dabei ist körperliche Nähe zur Mutter oder zum Vater gerade sehr wichtig bei Frühgeborenen. Die Eltern werden hier ausdrücklich dazu animiert, den Kontakt zu ihrem Kind zu intensivieren, auch durch das so genannte Känguru(h)en, bei dem Mutter oder Vater im direkten Hautkontakt mit dem Kind eine gemeinsame Ruhepause einlegen. Ruhe, das ist oft ein Fremdwort für den Arzt. „Die Arbeit ist aufwendig und anstrengend und durch die ständigen Schichtwechsel wird der Biorhythmus völlig auf den Kopf gestellt“, so Jens Müller. Da ist bei Dienstwechsel zuerst die Übergabe zu erledigen, um sich über den Stand der Therapiekonzepte bei den einzelnen, mitunter auch neuen kleinen Patienten auszutauschen. Da stehen die klinische Untersuchung der Kinder und die Überwachung der Beatmung und der parenteralen Ernährung genauso auf dem Plan wie das Legen von zentralen Kathetern, das Auffangen und die Gespräche mit den Eltern und das leidige Schreiben von Arztbriefen. „Dazwischen sind wir immer auf Notfall getrimmt, wenn es um den Einsatz im Kreißsaal des Klinikums geht, wo Neugeborene die sofortige Unterstützung von Kinderärzten brauchen.“ Macht eine solche Arbeit wirklich Spaß und haben sich die beruflichen Träume realisiert? „Auf jeden Fall“, antwortet Jens Müller ohne Umwege. „Das geht aber nur, weil wir hier ein so tolles Team sind. Egal ob Ärzte oder Pflegepersonal, wir haben ein tolles Miteinander. Gerade in Streßsituationen können wir uns hundertprozentig aufeinander verlassen.“ Etwas einmaliges bietet die medizinische Tätigkeit ebenso wie die Pflege von Kindern auf jeden Fall: Wenn man nach Hause kommt, weiß man immer, dass man etwas getan hat, was absolut Sinn macht: Nämlich kranken Kindern geholfen.“

Sein Kindheitstraum von den Brettern, die die große Welt bedeuten, hat sich für Jens Müller letztlich doch noch erfüllt. Der Arzt ist leidenschaftlicher Hobbyschauspieler. Mit dem Improvisationstheater „Für Garderobe keine Haftung“ begeistert er Wiesbadener, darunter auch Kollegen, Freunde. „Und das Schöne daran: ich kann schauspielern, so oft ich kann und so oft ich will“, erzählt Jens Müller. Auch das scheint gut gelungen. Seine Ensemble wurde Deutscher Vizemeister im Theatersport im Oktober 2009.

Assistenzarzt Jens Müller der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin

Jens Müller, Assistenzarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin/derzeit Kinderintensivstation B32

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