Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie

Gefäßzentrum

Im August 1994 wurde im Klinikum Frankfurt Höchst die erste modulare endovaskuläre Aortenaneurysmaausschaltung in Deutschland durchgeführt. Seit dieser Pionierleistung von Prof. Dr. med. Wolf Stelter und seinem Team wurden über 1600 endovaskuläre Aorteneingriffe bewerkstelligt. Die Chirurgische Klinik konnte in dieser Methodik eine nationale und internationale Spitzenposition einnehmen. In der Folgezeit wurde neben einem der weltweit größten monozentrischen Stentregister weitere Zentren für endovaskuläre Chirurgie durch Mitarbeiter von Professor Stelter begründet.

Mittlerweile hat sich die endovaskuläre Technik zu einem festen Bestandteil der gefäßchirurgischen Routine entwickelt und ist in den Ausbildungscurricula der Gefäßchirurgie fest verankert. Der Gemeinsame Bundesausschuß (GBA) hat ein Gesetz verabschiedet, das die Finanzierung der endovaskulären Aortenstents an Gefäßchirurgische Zentren bindet. Ohne ein 24 Stunden Gefäßchirurgieteam dürfen an einer Klinik derartige Eingriffe nicht durchgeführt werden. Um auch weiteren Krankenhäusern den Zugang zu dieser Technik zu ermöglichen hat das Klinikum mit Bad Soden einen Kooperationsvertrag geschloßen. Dieser sieht vor, dass Patienten aus der MTK-Kliniken am Klinikum endovaskulär versorgt werden und die stationären Krankenhausleistungen in Bad Soden erfolgt. Damit diese Zusammenarbeit  funktioniert wird das Gefäßteam der Chirurgischen Klinik (Oberarzt Guido Rouhani und Prof. Dr. Matthias Schwarzbach - mit gefäßchirurgischer Zusatzbezeichnung) ein einmal wöchentliches Gefäßboard bewerkstelligen und einen gemeinsamen Dienstplan erstellen. Dies bietet den MTK-Kliniken die Möglichkeit auch weiterhin Aorteneingriffe durchzuführen und sich als Gefäßzentrum zu zertifizieren. Prof. Dr. med. Markus Müller-Schimpfle, Chefarzt der Klinik für Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin, organisiert die Gefäßboards, leitet die teleradiologischen Konsilbearbeitung und bringt seine endovaskuläre-angiologische Expertise ein. 

Rund 90 Prozent der Aorteneingriffe werden heute in unserem Zentrum minimal-invasiv bzw. endovaskulär durchgeführt. Die Patienten profitieren durch eine geringere Sterblichkeit (im Gegensatz zur offenen Operation), kurze Krankenhausaufenthalt, geringe Komplikationsraten und eine schnelle Rekonvaleszenz.

Mittlerweile können auch „Grenzbereiche“ oder, anders gesagt, die „höchsten Berge“ endovaskulär bezwungen werden. So zum Beispiel Aneurysmen die die Viszeralarterien einbeziehen oder den thorakolumbalen Übergang betreffen. An weniger spezialisierten Zentren in der Regel lediglich offene Maximaloperationen (thorako-abdominelle Aneurysmaresektionen) mit hoher Sterblichkeit machbar. Spezialprothesen wie Iliac-Sidebranches (Seitenaststents), custom-made fenestrierte oder gebranchte thorakale- und abdominelle Aortenstentprothesen kommen am Klinikum Frankfurt Höchst zum Einsatz. Gegebenenfalls werden die Eingriffe auch als sog. „Hybrid“-Operationen durchgeführt, wie beispielsweise das Debranching supraaortaler Gefäße (d.h. Verpflanzung der am Aortenbogen abgehenden Gefäße vor Stentprothesenversorgung), um ausreichende Verankerungs- und Abdichtungszonen für Stentprothesen zu schaffen.

In den vergangenen zwölf Monaten wurden im Klinikum Frankfurt Höchst 85 endovaskuläre Aortenstentprothesen-Implantationen vorgenommen. Hierbei kamen in elf Fällen fenestrierte- und gebranchte Stentprothesen auch bei sehr schwierigen anatomischen Gegebenheiten zum Einsatz. Nur wenige Zentren in Deutschland führen diese Eingriffe durch. Alle genannten Eingriffe verliefen in Höchst erfolgreich, sämtliche Patienten konnten nach Hause entlassen werden. Bei der Qualitätssicherung „Bauchaortenaneurysma“ der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie konnte das Klinikum Frankfurt Höchst seit Jahren seinen überdurchschnittlichen Standard nachweisen.

Der Schwerpunkt für 2011 lag darüber hinaus auf neuen Prothesenentwicklungen. So konnten wir in diesem Jahr ein neues Prothesenmodell (Cook Zenith Low Profile) in Deutschland einführen. Geplant ist auch die Implantation der neuen, fenestrierten Anaconda-Prothese; für Deutschland sind in diesem Jahr nur insgesamt drei dieser Prothesenimplantationen vorgesehen. Auch an weiteren neuen Entwicklungen wird sich das Klinikum Frankfurt Höchst beteiligen.

Derzeit wird in Höchst ein Gefäßzentrum mit Einbeziehung weiterer Gefäßchirurgen, einer Erweiterung der Ambulanz und der Etablierung eines Hybrid-Operationsaales gearbeitet, die kürzlich zur erfolgreichen Zertifizierung als DGG Gefäßzentrum führten. Damit wird die alte Tradition und spezielle Expertise auf diesem Gebiet am Klinikum Frankfurt Höchst in Zukunft besondere Bedeutung einnehmen und die regionale Versorgung weiter verbessern. Federführend ist hier Oberarzt Guido Rouhani in der Chirurgischen Klinik von Prof. Dr. med. Matthias Schwarzbach tätig. Sein besonderes Engagenent in der Ausbildung junger Gefäßchirurgen und Facharztanwärter macht das Klinikum attraktiv für junge Chirurgen.

DGG-Logo des anerkannten Gefäßzentrums am Klinikum Frankfurt Höchst
Corinna Müller-Hilz, Anmeldung Gefäßzentrum, Klinikum Frankfurt Höchst

Anmeldung Gefäßzentrum
Corinna Müller-Hilz

Gefäßchirurgische Sprechstunde
Guido Rouhani

Montag und Donnerstag 
9 - 12 Uhr 
nach Vereinbarung über das Sekretariat

Katja Fischer
Telefon: 069 3106-2871
Telefax: 069 3106-2410
E-Mail: katja.fischer@
KlinikumFrankfurt.de

Corinna Müller-Hilz 
Telefon: 069 3106-2872
Telefax: 069 3106-2410
E-Mail: 
corinna.mueller-hilz@
KlinikumFrankfurt.de
 

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