Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie

Leberzentrum

Das Leberzentrum, unter Leitung von Prof. Dr. med. Matthias Schwarzbach sowie Priv. Doz. Dr. med. Hendrik Manner, wurde im Mai 2013 durch die Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) als Kompetenzzentrum für chirurgische Erkrankungen der Leber zertifiziert. Der Qualitätsreport der Geschäftstelle Qualitätssicherung Hessen (GQH) bescheinigt dem Leberzentrum am Klinikum Frankfurt Höchst zudem eine überdurchschnittliche Versorgungsqualität bei Erkrankungen der Gallenblase und der Gallenwege.

Die Leber ist das größte und stoffwechselaktivste Organ des Menschen mit einem Gewicht von 1200-2000g. Sie befindet sich unter der Zwerchfellkuppel und in enger Nachbarschaft zu Gallenblase, Gallengang, Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und den Hohlorganen des Oberbauches (Magen, Zwölffingerdarm, Kolon). Sie ist ein weiches, gleichmäßig strukturiertes Organ, das sich größtenteils im rechten Oberbauch befindet. An der Unterseite der Leber liegt die sogenannte Leberpforte, über die die Pfortader und die Leberarterie in die Leber eintreten und die Lebergallengänge sie verlassen.

Funktion der Leber

Eine der wichtigsten Rollen der Leber ist die Stoffwechselfunktion. In der Leber wird der Traubenzucker aus Glycerin und einigen Aminosäuren neu gebildet. Hier werden auch Cholesterin und daraus Gallensäure, sowie Bluteiweiße wie Albumin und Gerinnungsfaktoren produziert.

Die Leber speichert einige Vitamine, Fett in Form von Lipoproteinen sowie Glucose als Glycogen. Bei Hunger werden die Speicherstoffe zu Glucose abgebaut. Die Galle wird auch in der Leber gebildet und über den Hauptgallengang in den Zwölffingerdarm ausgeschüttet. Die Leber wird auch als „Entgiftungsorgan“ gesehen. Sie baut geschädigte oder alte rote Blutkörperchen ab.

Die Leber hat im Vergleich zu anderen Organen des Körpers eine relativ ausgeprägte Fähigkeit zur Regeneration. Stirbt ein Teil ab, wird verletzt oder sonst beschädigt, so kann dieses Gewebe wieder neu gebildet werden, vorausgesetzt die Ursache der Verletzung wurde entfernt, es wurden weniger als fünfzig Prozent der funktionellen Masse des Organs geschädigt und die Regenerationsfähigkeit der Leber wurde aufrecht erhalten. Diese Eigenschaft wird bei Lebertransplantationen oft ausgenutzt. 

 

Erkrankungen der Leber

Gutartige Läsionen:           

  • Hämangiome (blutschwammähnliche Gefäßtumoren) die bei Wachstum und Beschwerden eine OP-Indikation darstellen können.
  • Leberzelladenome sollten wegen Abgrenzung zum Karzinom und wegen der Blutungsgefahr entfernt werden.
  • Leberabszesse (abgegrenzte Eiteransammlung (Abszess) im Lebergewebe)) werden zuerst sonographie- oder CT-gesteuert punktiert und drainiert. Bei Nichtdurchführbarkeit oder Versagen dieses Verfahrens ist die offene chirurgische Drainage angezeigt.
  • Selten im Falle einer Echinokokkose (Infektion mit dem Fuchsbandwurm der Gattung Echinokokkus hervorgerufene Krankheit) wird möglichst ein radikales Vorgehen erforderlich.

Bösartige Läsionen:

  • Das Leberzellkarzinom (hepatozelluläres Karzinom-HCC) kommt sowohl auf dem Boden einer Leberzirrhose als auch ohne diese Vorerkrankungen vor. Das Leberzellkarzinom geht von den Leberzellen(Hepatozyten) aus.
  • Cholangiozelluläres Karzinom (das Gallengangkarzinom) ist zehnmal seltener und geht von den Gallengangszellen in der Leber aus.
  • Lebermetastasen stammen von Tumoren außerhalb der Leber und sind durch angeschwemmte Krebszellen (v.a. aus dem Magen-Darm-Trakt) entstanden.

 

Operative Therapiemöglichkeiten

Bei Diagnose eines gutartigen oder bösartigen Tumors (Läsion) können folgende Operationen durchgeführt werden:

Anatomische Leberoperationen:

  • Segmentresektion
  • Links-laterale Leberresektion
  • Hemihepatektomie rechts, Hemihepatektomie links
  • Erweiterte Hemihepatektomie links, erweiterte  Hemihepatektomie rechts

Nichtanatomische Leberoperationen, die sich nicht an anatomischen Formationen orientiert, sondern an der Tumorlokalisation:

  • Laserchirurgie von Lebermetastasen
  • Leberkeilresektion
  • Atypische Resektion
© Klinikum Frankfurt HoechstImpressum. Datenschutz.