Leberzentrum

Operationstechniken

Am häufigsten kommen in der Leberchirurgie standardisierte, anatomiegerechte Resektionverfahren zur Anwendung. Die Leber hat insgesamt acht Segmente, die Hauptstämme der drei Lebervenen verlaufen jeweils in der intersegmentalen Grenzebene und können intraoperativ sonographisch dargestellt und an der Oberfläche markiert werden.

Die Hemihepatektomie rechts oder links

Die Resektion des rechten (Segment V+VI+VII+VIII) bzw. des linken Leberteils (II+III+IVa+IVb) entlang der duch Gefäßversorgung und Gallengänge vorgegebenen Strukturen.

 

Die sog. links-laterale Segmentresektion

Bei der links-lateralen Segmentresektion werden die Segmente II und III entfernt.

Die erweiterte Resektion (sog. erweiterte Hemihepatektomie) oder Trisektorektomie rechts oder links

Die erweiterte Hemihepatektomie ist eine Resektion die über den Umfang einer Hemihepatektomie hinausgeht.

Ziel jeder Resektion sollte eine kurative Resektion (R0-Resektion) mit einem 1 cm breiten Sicherheitsabstand nach allen Seiten sein sowie ein ausreichendes Restleberparenchym.

Jeder Patient mit Lebermetastasen muss für eine Operation beurteilt werden. Primär werden nicht resektable Patienten nach Chemotherapie für eine OP reevaluiert.

 

Nichtanatomische Wedge-Resektion (Metastasektomie)

Bei der nichtanatomischen Wedge-Resektion werden kleinere, oberflächlich gelegene Metastasen entfernt, durch keil- oder muldenförmige Ausschälung an nicht anatomischen Grenzebenen.

 

Anatomische Segmentresektion

Bei der anatomiegerechten Segmentresektion wird die Lebermetastasenresektion an den Segmentgrenzen orientiert und entfernt. Je nach Anzahl und Lokalisation kommen die Mono-, Bi-, oder Polysegmentresektion zur Anwendung. Ziel ist es, dass gesamte Lebersegment, das von einem Ast der Pfortader, Leberarterie und einer Wurzel des Gallengangs versorgt wird, zu entfernen.

 

Laserchirurgie von Lebermetastasen

Normalerweise werden Metastasen mit einem Sicherheitsabstand operativ entfernt, damit keine Lokalrezidive auftreten. Bei der Laseranwendung reicht ein sehr knapper Sicherheitssaum aus, da durch den Laser automatisch ein Sicherheitsabstand erzeugt wird. Dies geschieht durch eine Vaporisations- oder  Koagulationszone. Diese beträgt an der Leber etwa 3 mm. Basierend auf deser Technik können auch viele einzelne Metastasen in der Leber mit einem minimalen Verlust an gesundem Organgewebe operativ entfernt werden.

Diese moderne Therapie ist mit keiner anderen Therapieform bislang zu erreichen. Histopathologisch jedoch ist dem beurteilenden Pathologen der knappe Sicherheitsabstand zu erläutern. Oftmals kann der Pathologe nur mit der Information "die Metastase wurde mit dem Laser entfernt" sicher eine mikroskopisch saubere R0-Resektion diagnostizieren.

Verschiedene Lasersysteme stehen zur Verfügung, wobei der Wellenlänge eine besondere Bedeutung zukommt. Der Operationslaser muss besonders ausgewogen sein zwischen Koagulation und Schneiden, d.h. Blutstillung und Sicherhheitssaum bei gleichzeitiger optimaler Gewebedurchtrennung. Bei einer Wellenlänge von 1318 ist die Operation an parenchymatösen Organen in idealer Weise möglich. Diese Wellenlänge hat den Vorteil einer raschen Gewebedurchtrennung und gleichzeitig einer sehr guten blutstillenden, koagulativen Wirkung.

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