Endokrine Chirurgie

Struma

Das Bild zeigt einen Mann mit einer vergrößerten Schilddrüse

Bei der Struma oder dem Kropf handelt es sich um eine Vergrößerung der Schilddrüse. Häufigste Ursache ist der Mangel an Jod in der Nahrung. Die Behandlung erfolgt medikamentös oder durch eine Operation.

Was ist eine Struma?

Die Struma ist das Fachwort für den sogenannten Kropf. Damit wird zunächst allgemein die Vergrößerung der an der Vorderseite des Halses liegenden Schilddrüse bezeichnet. Der Begriff bezeichnet ein Symptom, das verschiedene Ursachen haben kann.

In den meisten Fällen ist der Kropf gutartig, nicht entzündlich bedingt und geht mit einer normalen (euthyreoten) Hormonproduktion einher. Dann spricht man von einer euthyreoten Struma.

Bei der Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) kann ein Kropf (Struma) vorkommen. Bei circa 10 bis 20 Prozent der Hyperthyreosen fehlt die Kropfbildung.

Ursache der Überfunktion sind häufig Autonomie- (Verselbstständigungs-) und Autoimmunprozesse. Selten liegen entzündliche Erkrankungen, Überdosierung von Schilddrüsenhormonen oder bösartige Tumoren der Schilddrüse vor. Sehr selten tritt sie als Begleiterscheinung anderer bösartiger Tumoren oder bei einer Überfunktion der Hirnanhangsdrüse (TSH-Mehrproduktion) auf.
Bei der autonomen Hyperthyreose wird ständig Schilddrüsenhormon im Überschuss produziert. Der Rückkopplungsmechanismus mit dem Gehirn und der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), die die Hormonproduktion regulieren, arbeitet dann nicht mehr richtig.

Sogenannte "heiße Knoten" zeigen aufgrund einer umschriebenen Autonomie (Selbstständigkeit) der Schilddrüse, dass sie im Szintigramm vermehrt radioaktives Jod aufnehmen,

Die sehr seltene hypothyreote Struma bildet sich in Folge einer Schilddrüsenunterfunktion. In diesem Fall versucht die Schilddrüse, die zu geringe Hormonproduktion durch die Bildung von mehr Gewebe zu kompensieren.

Ein "kalter Knoten" ist ein szintigrafischer Befund der Schilddrüse. Er bezieht sich auf die reduzierte oder nicht vorhandene Fähigkeit von Schilddrüsengebieten, radioaktives Jod aufzunehmen. Kalte Knoten produzieren wenig oder keine Schilddrüsenhormone.

Wie wird die Struma erkannt?

Eine gesunde Schilddrüse ist am Hals nicht sichtbar. Eine leicht vergrößerte Schilddrüse lässt sich hingegen beim zurückgeneigten Kopf ertasten, bei deutlicher Vergrößerung auch sehen. Diese Veränderung kann mit oder ohne Knotenbildung einhergehen.

Mögliche zusätzliche Symptome sind:

  • Missempfindungen beim Tragen hochgeschlossener Kleidung,
  • Schluckbeschwerden,
  • ein Engegefühl im Halsbereich sowie
  • Atemstörungen (beim Einatmen) bis hin zum Gefühl der Luftnot.

Außerdem können die Halsvenen hervortreten, auch die Stimme kann heiser werden. Wenn die Struma mit einer gestörten Produktion von Schilddrüsenhormonen einhergeht, macht sich dies durch weitere Zeichen bemerkbar.

Hinweise für eine Überfunktion

  • Nervosität,
  • Zittern,
  • schneller Herzschlag,
  • Gewichtsverlust trotz Appetitanstieg,
  • übermäßiges Schwitzen,
  • Durchfälle,
  • Haarausfall.

 

Hinweise für eine Unterfunktion

  • Müdigkeit,
  • Leistungsminderung,
  • Antriebslosigkeit,
  • Verlangsamung,
  • Depressionen,
  • Kälteempfindlichkeit,
  • Gewichtszunahme,
  • Verstopfung,
  • heisere und raue Stimme,
  • trockene und teigige Haut.

Nach dem Gespräch mit einem Arzt über die vorliegenden Beschwerden und einer körperlichen Untersuchung werden sich in der Regel folgende Untersuchungen anschließen:

  • Bestimmung der Hormone (TSH basal, eventuell fT3, fT4) im Blut,
  • Ultraschalluntersuchung zur Beurteilung von Form, Größe und Aufbau der Schilddrüse,
  • Eventuell eine Szintigrafie (spezielles bildgebendes Verfahren) der Schilddrüse zur Bestimmung der Funktionsfähigkeit. Für diese Untersuchung wird eine radioaktiv markierte Substanz in die Vene gespritzt, die in der Schilddrüse aufgenommen wird. Die dort abgegebene Strahlung wird über sogenannte Gammakameras sichtbar gemacht.

Weiterführende Untersuchungen sind etwa zusätzliche Blutuntersuchungen (Autoantikörper, TRH-Test), Röntgenuntersuchungen des Brustkorbes und der Luftröhre, Schichtaufnahmen mittels Computertomografie (CT), Kernspin- beziehungsweise Magnetresonanztomografie (MRT) oder die Punktion von Schilddrüsengewebe unter Ultraschallsicht.

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Behandlumgsmöglichkeiten eines Struma
Das Bild zeigt eine Frau mit einer vergrößerten Schilddrüse
Schematische Darstellung des Kehlkopfes

Schematische Darstellung des Kehlkopfes

Szintigrammbild einer Schilddrüse

Szintigrammbild einer Schilddrüse

Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse

Ultraschalluntersuchung

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