Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie

Sarkomzentrum

Die Behandlung von Weichteiltumoren
Unter Sarkomen versteht man einen bösartigen Tumor ausgehend vom Stütz- bzw. Bindegewebe. Abhängig vom Ursprung des Tumors, lassen sich mehrere Sarkome unterscheiden, wie z.B. das Liposarkom (von Fettzellen ausgehend), das Leiomyosarkom (von Muskelzellen ausgehend), das  Angiosarkom (von Blutgefäßen ausgehend) oder das Fibrosarkom (von Bindegwebszellen ausgehend) um nur einige zu nennen.  Gemeinsam ist allen Sarkomen dass sie sehr früh in bzw. über die Blutbahn metastasieren.  Sarkome treten überwiegend an den Extremitäten, sowie am Rumpf und Retroperitoneum auf, wobei durchaus auch der Kopf oder der Hals befallen sein können. Eine eher seltene  Form ist der Befall des Magen-Darm-Trakts, hier bezeichnet man diese Tumore als gastrointestinale Strumatumore (GIST).

Ein Schwerpunkt der Klinik ist die Diagnostik und Therapie dieser Weichteiltumore.  In interdisziplinärer Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen Radiologie, Nuklearmedizin, Onkologie, Anästhesie und Pathologie bieten wir die höchst mögliche Versorgung unserer Patienten. Zudem besteht eine Kooperation mit dem Universitären Zentrum für Tumorerkrankungen (UCT) Frankfurt.

Wie erkenne ich ein Sarkom?
Entscheidend über den Therapieerfolges eines Sarkoms ist die sichere, frühzeitige Diagnosestellung. Allgemein gilt, je früher das Erkrankungsstadium, desto kleiner ist in der Regel der Haupttumor und desto seltener ist weiteres Gewebe betroffen. 

Sowohl die gutartigen, als auch die bösartigen Weichteiltumore des Stütz- bzw. Bewegungsapparates imponieren zunächst als schmerzlose Raumforderung. Neben der körperlichen Untersuchung und ggf. Sonografie des Geschwulstes, ist zur sicheren Unterscheidung und Klassifikation eines seit mehr als ca. 6 Wochen bestehendem und nicht durch eine Verletzung hervorgerufenen Tumors eine Gewebeprobe indiziert.

Ist der Magen-Darm Trakt oder der Rumpf bzw. die hintere Bauchhöhle (Retroperitoneum) betroffen, sind die Symptome unspezifisch.  Speziell die sogenannten GISTs sind häufig völlig symptomfrei, so dass bei einer Diagnosestellung der Tumor unter Umständen schon sehr groß ist. Patienten die an einem solchen Tumor leiden, klagen nicht selten über diffuse Bauchschmerzen, Übelkeit oder Blutarmut. Abhängig von der Lokalisation im Magen-Darm Trakt können weitere Symptome wie Schluckstörungen (Lokalistation in der Speiseröhre) oder Verstopfung (Lokalisation im Dünndarm) hinzukommen.  Mit Hilfe der Endosonografie lässt sich diese Art der Sarkome häufig gut diagnostizieren.

Generell sollte bei allen Sarkomen zur Abklärung einer möglichen operativen Entfernung des Tumors eine Schnittbildgebung in Form einer Computer- (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) erfolgen.  Dies ermöglicht eine genaue Darstellung der Tumorlokalisation und des möglichen Befalls von Blutgefäßen.
Die zur Diagnosesicherung notwendige Probenentnahme erfolgt in Form einer Inzisions- oder Exzisionsbiopsie. Auch hierfür ist eine sorgfältige Planung wichtig und sollte daher in speziell dafür ausgewiesen Zentren in interdisziplinärerer Zusammenarbeit erfolgen.

Therapie eines Sarkoms
Generell gilt, dass die Art der Therapie von der Lokalisation und Größe, sowie vom Differenzierungsgrad des Tumors abhängt. Mit Hilfe der mikroskopischen Untersuchungen des Pathologen lässt sich die Art des Gewebes (Tumortyp) sowie die Schwere der Entartung (Grading) bestimmen.  Sarkome unterteilen sich in vier unterschiedliche Schweregrade G 1-3.  Zusammen mit den Ergebnissen der körperlichen Untersuchung und der erfolgten Schnittbildverfahren kann der Tumor dann in Form des in der Onkologie üblichen TNM-Schemas (T: Größe und Lage des Tumors, N: Lymphknotenbeteiligung, M: Fernmetastasierung )klassifiziert werden.  Entsprechend der  beiden beschriebenen Einteilungen lässt sich zusammenfassend ein Tumorstadium (I-IV) erheben, dass für die weitere Therapie wegweisend ist. 

Zu den Therapieoptionen gehören in erster Linie die chirurgische Resektion, die Bestrahlung oder die Chemotherapie. Häufig ist zur optimalen Behandlung auch ein multimodales Therapiekonzept aus mehreren Einzeltherapien von Nöten.  Allgemein gilt,  dass bei niedrig entarteten Tumoren die Resektion in der Regel ausreichend ist, bei fortgeschrittenen Sarkomen die nicht vollständig entfernt werden können eine Bestrahlung die Wahrscheinlichkeit des Wiederauftretens des Tumors deutlich reduziert.

Was ist bei der Therapie zu beachten?
Kommt  es zu einer chirurgischen Intervention, ist der ausreichende lokale Sicherheitsabstand von größter Bedeutung. Die Resektion sollte daher im „Gesunden“ (R0) erfolgen. Bei Tumoren der Gliedmaße ist der Erhalt der Extremität ein vorrangiges Ziel. Unter Umständen ist eine isolierte Extremitätenperfusion (ILP) vor der eigentlichen Resektion sinnvoll, um den Tumor in seinem Ausmaß zu verkleinern oder bereits entstandene Metastasen mit zu behandeln.

Aufgrund der fehlenden Symptomatik und damit verbunden des häufig sehr ausgeprägten Befalls bei der Diagnosestellung, stellt die vollständige Resektion der retroperitonealen Sarkome die höchste Herausforderung dar. Auch bei diesen Tumoren sollte eine R0-Resektion angestrebt werden, wobei es je nach Befall zu einer multiviszeralen Resektion (Entfernung mehrere Bauchorgane) kommen kann.  Ist eine vollständige Resektion nicht möglich, so sollte dennoch möglichst viel Tumorgewebe entfernt werden (Tumordebulking).
Die Therapie der Wahl bei den Gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) ist ebenfalls die radikale chirurgische Entfernung bei erhaltener Tumorkapsel. In neuen Studien konnte durch eine sehr spezielle Chemotherapie, unter Anderem mit spezifischen Antikörpern, die Ergebnisse in der Behandlung dieser Tumore deutlich verbessert werden.

Prognose
Die Prognose ist von mehreren Faktoren wie zum Beispiel der initialen Tumorgröße, dem Tumorstadium, der Lokalisation und dem Alter des Patienten abhängig. Tumore mit einem Durchmesser von mehr als 5 cm, sowie schlecht-differenzierte Tumore (G3) haben in der Regel eine schlechtere Prognose als gut differenzierte Tumore (G1, 5-Jahres Überleben von 80-90%). Da es bei schlecht-differenzierten, retroperitonealen Sarkomen häufig sehr schwer ist eine vollständige Tumorfreiheit nach der Resektion zu erzielen, ist mit diesen Sarkomen eine schlechter Prognose assoziierte als bei Sarkomen anderer Lokalisationen.

In ca. 10-20 Prozent der Fälle kommt es nach der Resektion zu einem Lokalrezidiv des Tumors. In diesen Fällen ist eine erneute Resektion anzuraten.
Um nach einer erfolgreichen Resektion des Tumors auch weiterhin eine vollständige Tumorfreiheit zu erhalten, ist eine engmaschige Nachsorge durch den behandelnden Arzt sinnvoll. Je nach Tumor werden hierfür Wiedervorstellungen in unserer Klinik mit dem betroffenen Patienten vereinbart.


Quellen:
1. Bannasch H, Eisenhardt SU, Grosu A-L, Heinz J, Momeni A, Stark GB: The diagnosis and treatment of soft tissue sarcomas of the limbs. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(3): 32–8.)
2. Schlag PM, Tunn PU, Kettelhack C:  Diagnostisches und therapeutisches Vorgehen bei Weichgewebstumoren Chirurg 68:1309-1317
3. Peiper M, Zurakowski D, Zornig C: Survival in Primary Soft Tissue Sarcoma of the Extremities and Trunk Langenbecks Arch Chir 382: 203-208
4. Tierney on behalf of Sarcoma Meta-analysis Collaboration. Adjuvant chemotherapy for localised resectable soft-tissue sarcoma of adults: Meta-analysis of individual data. Lancet 1997; 350: 1647-1654.

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Dienstag, 13 Uhr - 16 Uhr 
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Telefax: 069 3106-3484
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