Zentrum für Thoraxchirurgie

Hyperhidrosezentrum

Als Hyperhidrosis palmaris bezeichnet man das übermäßige Schwitzen der Hände, als Hyperhidrosis facialis das des Gesichts. Beides wird von den Patienten häufig als äußerst belastend empfunden. Sind besondere Ursachen, wie beispielsweise eine Schilddrüsenüberfunktion ausgeschlossen und haben konservative Behandlungsversuche keinen entsprechenden erfolg gebracht, steht mit der sogenannten minimal-invasiven "thorakalen Sympathektomie" eine wirkungsvolle operative Therapiemöglichkeit zur Verfügung. Auch die Erythrophobie, welche das krankhafte Erröten des Gesichts beschreibt, kann in schweren therapierefraktären Fällen mittels Sympathektomie behandelt werden. Wir führen in unserer Klinik jährlich rund 80 derartige operative Eingriffe durch. Durch die langjährige Erfahrung von Prof. Dr. med. Stelter blicken wir auf eine über 35 jährige Expertise bei der Behandlung der Hyperhidrose und Erythrophobie zurück.

Bei der Durchtrennung und Entfernung von Ganglien des Grenzstranges (Sympathikus) wird ein zweifacher Effekt in den Extremitätenarealen erreicht, die von den entsprechenden Nerven versorgt werden. Die kleinen Blutgefäße werden weitgestellt, insbesondere in der Haut. Die Hautdurchblutung wird gesteigert und die Schweißsekretion wird vermindert. Die Extremität wird also warm und trocken. Daher ist eine Hauptindikation für diesen Eingriff in der Behandlung einer exzessiven Schweißabsonderung (Hyperhidrosis, "schwitzende Hände") oder in einer sehr peripheren Durchblutungsstörung, wie z.B. durch kleine Embolien oder bei Gefäßengstellung, z.B. beim sogenannten Raynaud-Syndrom gegeben. Der Grenzstrang verläuft seitlich vorne an den Wirbelkörpern, in der Nachbarschaft der sogenannten Rippenköpfchen. Das oberste große Ganglion auf dem ersten Rippenköpfchen und darüber allerdings versorgt den Kopf und darf nicht verletzt werden. Bei seinem Ausfall entsteht eine Komplikation, das sogenannte Horner Syndrom: Das Augenlid der gleichen Seite sinkt ab und verliert etwas Tonus und die Pupille wird enger.

Die häufigste Indikation ist die Behandlung der Hyperhidrosis der Hände, die auf andere Weise nach unserer Erfahrung nicht erfolgreich behandelbar ist. Der Eingriff wird bei uns in der Regel in einer Sitzung für beide Seiten vorgenommen. In Vollnarkose und unter seitengetrennter Lungenbeatmung wird nach Abschaltung der Atmung einer Lungenseite dort mit einem dünnen 5 mm Endoskop eingegangen und über zwei weitere Hilfsstiche das Instrumentarium eingebracht. Nach Durchtrennung und Resektion eines leicht erkennbaren Ganglions sicher unterhalb der ersten Rippe in Höhe Th 2-4, je nach erwünschtem Effekt, wird ein kleiner Schlauch über die Optiköffnung zur Entlüftung der Thoraxhöhle eingeführt und am Ende der Operation entfernt. Der Eingriff ist für den Patienten sehr wenig belastend. Er kann in der Regel schon nach 48 Stunden die Klinik verlassen. Ein zu beachtender Nebeneffekt der Operation stellt das kompensatorische Schwitzen dar, welches bei ca. 70% der Patienten auftritt und meist den unteren Rücken oder Bauch betrifft. Die Operation eignet sich auch zur Behandlung von übermäßigem Schwitzen im Gesicht oder zur Behandlung übermäßigen Errötens. Wenn es nur um ein übermäßiges Schwitzen in der Achselhöhle geht, sollten zuerst lokale Maßnahmen bevorzugt werden, wie Botulismus-Injektionen oder die lokale subcutane Schweißdrüsenabsaugung.



Hyperhidrose-Sprechstunde

Dr. med.
Florian Wenger

Donnerstags 9-12 Uhr
(Terminvereinbarung über das Sekretariat)

Telefon: 069 3106-2871
E-Mail: chirurgie@
KlinikumFrankfurt.de

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