Zentrum für Thoraxchirurgie

Weitere Erkrankungen der Lunge, des Mediastinums und des Rippenfells

Zu den operativen Schwerpunkten gehören neben dem Bronchialkarzinom und Lungenmetastasen folgende Erkrankungen:

Pneumothorax

Beim Pneumothorax gerät Luft in den Spalt zwischen Lunge und Brustraum, dem sogenannten Pleuraraum. Die Lunge ist nur am Lungenstiel, in dem die Gefäße und Bronchien in die Lunge hineingehen, mit dem Körper verwachsen. Zur Brustwand hin liegt das Rippenfell, eine Verschiebeschicht, die durch Adhäsionskräfte die Lunge ausgedehnt hält. Wenn Luft in den Spalt eindringt, fällt die Lunge zusammen. Sie kann dann nicht mehr den Sauerstoff für das Blut bereitstellen. In der Extremform, dem Spannungspneumothorax, entsteht sogar ein Überdruck, der das Mittelfell verschieben und eine akute Luftnot herbeiführen kann. Die rasche Einlage einer Drainage ist hier lebensrettend, eine baldige Operation zur Verklebung der Rippenfellblätter oft notwendig. Diese kann meist in endoskopischer Technik ausgeführt werden. Lungenanteile mit geplatzten Bläschen (Bullae) werden mit speziellen Klammernahtmaschinen abgeschnitten.

Pleuraempyem (Rippenfellentzündung)

Im Spalt zwischen den Rippenfellblättern kann auch eine Eiteransammlung entstehen, die mit zunehmender Größe die Lunge immer mehr eindrückt. Durch den fortschreitenden Entzündungsprozess entstehen Kammern sowie Membranen und schließlich eine harte Kapsel, um den Eiter, die der Lungenoberfläche geradezu eine feste Rinde aufsetzt. Je später die Behandlung einsetzt, umso aufwändiger wird diese. So ist das Pleuraempyem am Anfang noch flüssig (Stadium 1) und kann mit einer einfachen Drainagebehandlung beseitigt werden. Liegen Kammern und Septen (Stadium 2) vor, muss operiert werden. Häufig ist in diesem Stadium die Operation minimal-invasiv in der Schlüssellochtechnik möglich. Dabei werden die Septen zerstört und ihr Inhalt abgesaugt. Hat sich eine feste Rinde auf der Lungenoberfläche gebildet (Stadium 3), dann erfolgt die Operation in offener Technik, also mit einem Schnitt am Brustkorb, da sonst die harten Beläge nicht abzulösen sind. Ziel ist immer die Entfesselung und vollständige Aufdehnung der Lunge. Nur wenn der Brustkorb wieder ganz mit Lunge ausgefüllt ist, besteht kein Platz mehr für Eiternester, aus denen die Entzündung wieder aufflammen kann.

Eiter bei einer Rippenfellentzündung

Trachearesektion (Luftröhrenteilentfernung)

Die Tracheateilresektion (Teilentfernung der Luftröhre) kann notwendig werden bei Tumoren der Luftröhre, aber auch bei Verengungen nach Langzeitbeatmung, Luftröhrenschnitten oder Unfällen. Durch die Veränderung kann zu wenig Atemluft durch die Trachea strömen. Bei der Operation müssen Lunge und Umgebung der Luftröhre beweglich gemacht werden, um nach dem Herausschneiden der Knorpelringe der Luftröhre deren Enden wieder zusammennähen zu können (sogenannte End-zu-End Anastomose). Während der Operation muss der Patient durch das Operationsfeld zugleich noch beatmet werden. Diese Trachearekonstruktionen sind eine besondere Spezialität unseres Hauses. Mehr Informationen über diese komplizierte Operation, welche Erfahrung und eine äußerst feine Operationstechnik erfordert, lesen Sie auf den folgenden Seiten.

Tumoren des Mediastinums (Mittelfell)

In dem eng begrenzten Raum des Mediastinums (Mittelfell), welcher zwischen Brustbein und Wirbelsäule liegt, sind Tumore insgesamt selten. Jedoch können sich eine Vielzahl verschiedenster Neubildungen dort entwickeln. Die häufigsten Tumoren des Mittelfells sind Thymome (gutartige oder bösartige Tumore der Thymusdrüse), guartige Zysten und Lymphome.

Die Diagnostik erfordert eine feingewebliche Abklärung, welche meist mittels Mediastinoskopie oder Thorakoskopie (VATS = Video Assistierte Thorakoskopie) gewonnen werden können. Die operative Entfernung der Tumore erfolgt über einen Schnitt im Bereich des Brustbeines (Sternotomie) oder über eine Eröffnung des Brustraumes (Thorakotomie).

CT mit Darstellung eines Thymoms
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