Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe

Pränataldiagnostik und -beratung

Die Ambulanz für pränatale Diagnostik ermöglicht Diagnostik und Beratung bei speziellen Fragestellungen im Verlauf der Schwangerschaft. Falls Ihr betreuender Frauenarzt die Empfehlung zur weiteren Abklärung von Auffälligkeiten im Rahmen der Schwangerenvorsorge gestellt hat oder bei Ihnen der Wunsch nach einem genaueren Blick auf die Entwicklung Ihres Babys entstanden ist, können Sie sich in der Pränataldiagnostik vorstellen.

Probleme der Schwangeren und des ungeborenen Kindes können früh erkannt, Therapien eingeleitet und unvorhersehbare Notfälle dadurch vermieden werden. Schon vorgeburtlich werden ggf. Kinderärzte und Kinderchirurgen in die Betreuung mit eingebunden.

Anlaufstelle für alle Fragen der pränatalen Diagnostik und Beratung ist die Schwangerenberatung im dritten Stock des Hauptgebäudes (Gebäude A).
Telefon: 069 3106-2846

An Spezialdiagnostik stehen uns die folgenden Verfahren zur Verfügung:

  • Ersttrimesterscreening (ETS) der 11+0 bis 13+6 SSW
  • Erweitertes ETS zur Einschätzung maternaler Risiken für IUGR/ Präeklampsie
  • Organscreening der 19+0 bis 21+6 SSW
  • Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie)
  • Babywatching (3D-/4D-Ultraschall)
  • Ultraschallgesteuerte Punktionen (Amniozentese, Entlastungspunktionen)
  • Mitbetreuung von Mehrlingsschwangerschaften
  • Mitbetreuung von Müttern mit Diabetes
  • Mitbetreuung von Risikoschwangerschaften (Präeklampsie, Wachstumsretardierung, Fehlbildungen wie z.B. Ovarialzysten, zystisch adenomatide Malformation der Lunge (CCAM), Nephroblastom etc.)

Ersttrimesterscreening (ETS)
Bei uns setzt sich das ETS aus zwei Vorstellungsterminen zusammen. In der 9./10. Schwangerschaftswoche (SSW) würden wir Sie gerne zur Blutentnahme sehen, PAPP-A und ß-hCG werden bestimmt. In einem zweiten Termin in der 11+0 bis 13+6 SSW werden sonographisch die Nackentransparenz gemessen, außerdem das kindliche Nasenbein, die Tricuspidalklappe des Herzens sowie ein Blutgefäß (der Ductus venosus) beurteilt. Danach wird unmittelbar die Risikoberechnung durchgeführt und im gleichen Termin mit Ihnen diskutiert. So können Fragen direkt persönlich geklärt werden und Unsicherheiten durch eine Befundübermittlung am Telefon vermieden werden.

Organscreening
Diese genaue sonographische Untersuchung der kindlichen Anatomie wird zwischen der 19+0 und 21+6 SSW durchgeführt. Die Untersuchung zielt auf die Entdeckung möglicher kindlicher Fehlbildungen oder Spaltbildungen. Bei Bedarf können Kollegen aus der Kinderklinik oder aus der Abteilung für Kinderchirurgie hinzugezogen werden. Daraus ergeben sich möglicherweise Notwendigkeiten zur Einleitung therapeutischer Maßnahmen bereits in der Schwangerschaft oder die besonders sorgfältige Planung der späteren Entbindung.

Amniocentese (Fruchtwasseruntersuchung)
Ist im Ersttrimesterscreening oder im Routine-Ultraschall ein auffälliger Befund erhoben worden oder eine werdende Mutter ist über 35 Jahre alt, so kann aus kindlichen Zellen im Fruchtwasser eine „Chromosomenanalyse“ erfolgen. Unter Ultraschallsicht wird eine sehr dünne Nadel in die Fruchthöhle eingebracht und ca. 15 ml Fruchtwasser werden entnommen. Durch den sogenannten FISH-Test können innerhalb von ein bis zwei Tagen die wichtigsten chromosomalen Störungen ausgeschlossen werden, das endgültige Ergebnis ist aber erst nach ca. 14 Tagen verfügbar. Auch der Nachweis eines bestimmten Proteins (α-Fetoprotein), das auf Spaltbildungen hinweist, ist möglich. Ebenso können einige Stoffwechselstörungen ausgeschlossen werden.

Allerdings wird vor solch einer Punktion auch darauf hingewiesen, dass in sehr seltenen Fällen Komplikationen auftreten können: ein vorzeitiger Blasensprung, Entzündungen der Fruchthöhle oder Blutungen. Eine ausführliche Beratung wägt mit Ihnen gemeinsam Vor- und mögliche Nachteile einer solchen Untersuchung ab.

Nicht invasiver Pränataltest (NIPT)
Der nicht invasive Pränataltest (NIPT) aus dem mütterlichen Blut (Harmony Prenatal Test® der Fa. Ariosa) ist eine sehr spezifische  Untersuchung zur Risikoermittlung von Chromosomenstörungen (Trisomie 21, 13 und 18 und Geschlechtschromosomale Erkrankungen).

Der bei uns verwendete Harmony Prenatal Test® analysiert fetales Erbmaterial (zellfreie DNA) aus dem mütterlichen Blut. Die Auswertung und Befundübermittlung dauert ca. 14 Tage. Ein unauffälliges Testergebnis schließt diese Trisomien nicht mit letzter Sicherheit aus, die Restwahrscheinlichkeit dafür ist jedoch sehr gering. Ein auffälliges Ergebnis beweist nicht endgültig das Vorliegen einer Trisomie und sollte durch eine invasivdiagnostische Massnahme (z.B. Fruchtwasseruntersuchung) weiter abgeklärt werden.

Die Durchführung dieses Tests ist nicht Leistungsbestandteil der gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge. Wir führen den Bluttest nur mit einer vorherigen Ultraschalluntersuchung durch.

Die Blutentnahme erfolgt in unserer Klinik. Die Laborkosten des Anbieters Ariosa betragen 495 EUR. Der Test kann auch auch bei Zwillingsschwangerschaften durchgeführt werden.

© Klinikum Frankfurt HoechstImpressum. Datenschutz.