Medizinische Schwerpunkte

Brustschmerz-Einheit (Chest Pain Unit)

Das Bild zeigt ein Ärzteteam der Brustschmerzeinheit des Klinikums Frankfurt Höchst

Damit Herzpatienten im Notfall ohne Umwege gezielt durch Spezialisten versorgt werden können, hat das Klinikum Frankfurt Höchst bereits im Jahr 2007 eine spezielle Einheit direkt in der Zentralen Notaufnahme eingerichtet: die Brustschmerz-Einheit (Chest Pain Unit, kurz: CPU). Als eine unter den ersten 20 Einrichtungen dieser Art in Deutschland wurde sie erstmals im Sommer 2009 durch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK) zertifiziert.

Damit bestätigte die DGK, dass die CPU des Klinikums Frankfurt Höchst die äußerst anspruchsvollen Qualitätskriterien dieser Fachgesellschaft erfüllt. Ziel einer Brustschmerz-Einheit ist, einen neu aufgetretenen oder akuten Brustschmerz rasch und zielgerichtet abzuklären (mittels Monitorüberwachung, EKG- und Laborkontrollen sowie Ultraschalluntersuchung des Herzens), um einen drohenden oder bereits eingetretenen Herzinfarkt zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu erkennen und zu behandeln. Dementsprechend ist auch unser Herzkatheterlabor das ganze Jahr über 24 Stunden am Tag einsatzbereit. Die erfolgreiche Arbeit dieser Einrichtung wurde Mitte 2012 durch die Re-Zertifizierung der zuständigen Fachgesellschaft bestätigt.

In der Chest Pain Unit des Klinikums Frankfurt Höchst werden pro Jahr ca. 2.500 Patientinnen und Patienten mit akutem Brustschmerz betreut, in 500 Fällen wurde die Diagnose Herzinfarkt bestätigt. In zwei Drittel dieser Fälle erfolgte eine Akutintervention mit einer Aufdehnung eines verengten Herzkranzgefäßes (PCTA) und Einsetzen eines Stents, u.a. kombiniert mit einer Druckmessung in den Gefäßen zur Beurteilung des Schweregrades der Einengung oder einer Thrombektomie - einer Blutgerinnselentfernung mit Hilfe eines Spezialkatheters. Die überwiegende Zahl der übrigen Patienten wird in Abhängigkeit u.a. von deren Begleiterkrankungen, ihrem Alter oder einem nicht interventionsbedürftigen Befund der Herzkranzgefäße einer medikamentösen Therapie zugeführt. Bei einem kleinen Anteil wird allerdings auch eine Indikation zur Bypass-OP gestellt.

Durch die Klinik für Innere Medizin 1 erfolgen pro Jahr ca. 1.600 Koronarangiographien sowie rund 500 Interventionen an den Herzkranzgefäßen. Der Brustschmerz-Einheit angeschlossen ist ein Kardiologisches Studienzentrum. Hier werden Studien mit neuen und innovativen Medikamenten, durchgeführt, die insbesondere im Rahmen akuter Herzinfarkte eingesetzt werden.

Beispiele möglicher Formen von Herzbeschwerden:

  • Druckschmerz, Brennen oder Engegefühl im Brustkorb mit möglicherweise Ausstrahlung in die Arme, den Rücken, Hals oder Bauch
  • manchmal treten auch nur Schmerzen im Unterkiefer oder Oberbauch auf
  • Luftnot
  • blasse Gesichtsfarbe und Kaltschweißigkeit
  • Herzstolpern oder -rasen
  • Schwindel
  • Kollaps oder Bewußtlosigkeit
  • besonders häufig bei Frauen und Diabetikern treten als Symptome nur Luftnot, Übelkeit oder Erbrechen auf

Bitte rufen Sie bei ersten Anzeichen für einen Herzinfarkt sofort den Rettungsdienst über die Notfallnummer 112!

Das Bild zeigt einen Behandlungsraum der CPU
Zertifikat der Brustschmerzeinheit (CPU)

2012 wurde die Brustschmerzeinheit am Klinikum Frankfurt Höchst erfolgreich rezertifiziert.

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