Strukturierte ambulante Nachsorge nach Schlaganfall (SANO)

Behandlungserfolge nach Schlaganfall sektorenübergreifend verbessern

In Deutschland erleiden jährlich rund 260.000 Menschen einen Schlaganfall. Eine Zahl, die sich aufgrund der demographischen Entwicklung in den nächsten Jahrzehnten erhöhen wird. Um die Behandlungserfolge nach einem Schlaganfall sektorenübergreifend zu verbessern, beteiligt sich das Klinikum Frankfurt Höchst im Rahmen einer bundesweiten Schlaganfallstudie am Aufbau eines regionalen Versorgungsnetzwerks.

Mit einem nahezu flächendeckenden Angebot an Stroke Units und einem dichten Netz an Rehabilitationskliniken erfolgen Akutversorgung und Rehabilitationsbehandlung des Schlaganfalls in Deutschland auf hohem Niveau. Zur längerfristigen Sicherung des Behandlungserfolgs fehlt es Experten zufolge jedoch an einer strukturierten und qualitätsgesicherten Weiterversorgung nach Entlassung aus der Akut- oder Reha-Klinik. Denn etwa drei bis vier Prozent der bundesweit etwa 260.000 Schlaganfallpatienten erleiden nach einem Jahr einen weiteren Schlaganfall. Strukturierte sektorenübergreifende Nachsorgeprogramme sind eine mögliche Strategie, das volle Potential der Sekundärprävention auszuschöpfen und wiederholte Schlaganfälle sowie andere Komplikationen zu verhindern.

Mit Hilfe des Projektes „Strukturierte ambulante Nachsorge nach Schlaganfall“ (SANO) soll die Effektivität einer solchen Nachsorgestruktur bundesweit untersucht werden. Im Rhein-Main-Gebiet hat das Klinikum Frankfurt Höchst den Zuschlag für dieses Projekt erhalten. 

Im Mittelpunkt von SANO steht eine enge Zusammenarbeit zwischen der Klinik mit Stroke Unit und den Leistungsträgern der ambulanten Weiterversorgung. Um die Stroke Unit herum soll ein Netzwerk aus Hausärzten, Fachärzten, Therapeuten, Pflegenden, Sportvereinen und anderen Leistungsanbietern entstehen, das der Schlaganfall-Koordinator aufbauen wird. Die Patienten werden durch die Hausärzte und die Klinik im Zusammenspiel mit den weiteren Versorgungspartnern ein Jahr lang intensiv betreut. Komplikationen wie Depressionen und Stürze sollen dadurch möglichst vermieden beziehungsweise frühzeitig erkannt werden.

Seit März 2019 wurden am Klinikum Frankfurt Höchst bereits 16 von 93 Patienten in die SANO-Studie rekrutiert. Beteiligt an der Studie sind Chefarzt Prof. Dr. med. Thorsten Steiner als Studienleiter, Diana Isabella Dmytrow, M.Sc. als Leitung der Koordinationsstelle für klinische Forschung, Fachärztin Mari-Carmen Lichti als Studienärztin, Jana Zarzitzky und Daniel Helmke als Studienassistenten sowie Ernährungswissenschaftlerin Dr. rer. nat. Melanie Ferschke.

Über SANO
SANO wurde vom Vorstand der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) zusammen mit anderen Neurologen mit einem Schwerpunkt in der Schlaganfallversorgung initiiert und vom Innovations-Fonds des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) gefördert. Das Projekt wird in 30 Regionen in Deutschland durchgeführt. Eine dieser Regionen liegt in Hessen, im Rhein-Main-Gebiet.

Titelseite des Flyers zur SANO-Studie

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