Medizinische Schwerpunkte

Schlaganfall-Einheit (Stroke Unit)

Schlaganfall-Einheit (Stroke Unit)

Ein besonderer Schwerpunkt der Klinik für Neurologie liegt auf der Diagnostik und Therapie des akuten Schlaganfalls. Pro Jahr werden rund 850 Patienten auf der Stroke Unit behandelt. Hier steht 365 Tage pro Jahr ein erfahrenes Stroke-Team zur Verfügung, das auch in Zusammenarbeit mit der Klinik für Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin zu interventionellen Eingriffen an den Hirngefäßen in der Lage ist.

Die überregionale Stroke Unit ist eine spezielle Station mit zwölf Betten zur Überwachung und Behandlung von akuten Schlaganfällen. Die Patienten werden täglich 24 Stunden lang monitorisiert überwacht und durch besonders ausgebildete Ärzte, Pflegekräfte, Physio- und Ergotherapeuten sowie Logopäden mit hoher Fachkompetenz betreut. Von hier aus erfolgt die spezielle Schlaganfalldiagnostik (Doppler- und Duplexsonographie, Computertomographie mit CT-Angiographie, Magnetresonanztomographie mit DWI/PWI und MR-Angiographie, Digitale Substraktionsangiographie). Auf der Stroke Unit wird auch die Thrombolysetherapie durchgeführt. Die Thrombolysetherapie der akuten Hirninfarkte, das heißt die medikamentöse Auflösung eines Blutgerinnsels in einer Hirnarterie, kann nur innerhalb der ersten 6 Stunden erfolgen. Je früher die Thrombolysebehandlung beginnt, desto größer sind die Erfolgschancen. Die Thrombolyse kann durch die intravenöse Gabe eines speziellen Medikamentes systemisch vorgenommen werden. Dieses Medikament kann aber auch mittels Katheter in den Hirnarterien direkt auf das Blutgerinnsel injiziert werden (intrakranielle Thrombolyse). Die Thrombolyse kann nur auf einer Stroke Unit von Ärzten mit spezieller Schlaganfallkompetenz durchgeführt werden. Daher ist es wichtig, dass Schlaganfallpatienten zum frühest möglichen Zeitpunkt auf eine Stroke Unit gebracht werden. Daher sollte jeder Patient mit Schlaganfallsymptomen sofort den Notruf 112 benachrichtigen, von wo aus der Transport auf die nächstliegende Stroke Unit organisiert wird. Eine systemische bzw. eine lokale Thrombolysebehandlung wird jährlich bei 50 bis 60 Patienten vorgenommen.

Aktuelle Studiendaten konnten eindeutig zeigen, dass die Katheterbehandlung beim akuten Schlaganfall einer alleinigen medikamentösen Therapie deutlich überlegen ist. Daher sollte bei dem Verdacht auf einen akuten Schlaganfall sofort die Einweisung in ein Krankenhaus erfolgen, in dem diese Therapie angeboten wird. Im Klinikum Frankfurt Höchst besteht rund um die Uhr die Möglichkeit, diese wirksame Therapie schnell und effektiv durchzuführen und somit selbst bei einem schweren Schlaganfall eine gute Chance auf ein normales Leben ohne einschränkende Behinderung weiter führen zu können. Am Klinikum Frankfurt Höchst kommt daher auch das Verfahren der Thrombektomie zum Einsatz.

Die Dauer der Behandlung auf der Stroke Unit ist in der Regel auf wenige Tage begrenzt. Im Anschluss erfolgt die Weiterbehandlung auf einer Neurologischen Allgemeinstation. Nach der Akutkrankenhausbehandlung ist bei einigen Patienten je nach Ausmaß der Schlaganfallfolgen eine stationäre oder teilstationäre Rehabilitationsbehandlung in einer geeigneten Rehabilitationseinrichtung notwendig.

Die Klinik für Neurologie am Klinikum Frankfurt Höchst nimmt seit langen Jahren an der externen Qualitätssicherung in der stationären Versorgung von Schlaganfällen (GQH) teil.

Die Qualitätsauswertung des Jahres 2008 hat für die Klinik für Neurologie unter anderem folgende Qualitätsdaten erfasst:
Insgesamt wurden in der Klinik 724 Patienten mit transitorisch ischämischen Attacken, Subarachnoidalblutungen, intrazerebralen Blutungen und Hirninfarkten behandelt. Davon erhielten 51 Kranke eine systemische bzw. lokale Thrombolyse, entsprechend 38,1 Prozent der Patienten, die innerhalb von drei Stunden zur stationären Aufnahme in die Klinik gelangten. Dies liegt über dem hessischen Durchschnitt.

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