Informationen für Patienten

Schenkelhals

Schenkelhalsfrakturen sind typische Verletzungen im hohen Lebensalter. Sie treten beim Sturz auf.

Mediale Schenkelhalsfraktur 

Je steiler der Frakturwinkel, desto höher die Dislokations- und Ischämiewahrscheinlichkeit des Femurkopfs. Dies ist Grundlage der Klassifikation der medialen Schenkelhalsfrakturen nach Pauwels und von Garden.

Bei jüngeren Patienten entstehen bei hoher Krafteinwirkung sehr viel seltener mediale Schenkelhalsfrakturen. 

Die Röntgenübersicht liefert in den meisten Fällen die Diagnose. Wir sehen die Operationsindikation bei allen operablen Patienten. Da bei alten Menschen die Herstellung der Gehfähigkeit im Vordergrund steht, die nur unter Vollbelastung möglich ist, erfolgt in der Regel ein prothetischer Gelenkersatz. Bei eingestauchten Frakturen besteht bei guter Durchblutung die Möglichkeit einer kopferhaltenden Behandlung mit 3 Spongiosazugschrauben. Die Operation sollte zeitnah nach dem Unfall durchgeführt werden.

Bei jüngeren Patienten, die belastungsfrei mobilisierbar sind, besteht auch bei dislozierten Frakturen zunächst die Indikation zu einer kopferhaltenden Therapie.

Sowohl bei der kopferhaltenden Therapie bei nicht dislozierter Schenkelhalsfrakturen als auch bei der endoprothetischen Versorgung alter Menschen ist immer eine sofortige Mobilisation mit Vollbelastung der verletzten Extremität angezeigt. 

Laterale Schenkelhals-, pertrochantäre Femur-, subtrochantäre Femurfraktur

Pertrochantäre Frakturen werden nach der AO-Klassifikation unterteilt:

  • A1-Frakturen: einfache mediale Frakturen. Dies sind sogenannte stabile Verletzungen. 
  • A2-Frakturen: mediale Knochenkeilaussprengung mit entsprechender Unterbrechung der Druckkraft.  
  • A3-Frakturen: umgekehrter Frakturverlauf von medial/kranial nach kaudal/lateral. 

A2- und A3-Frakturen sind instabile Frakturen. Subtrochantäre Frakturen sind unterhalb des Unterrands des Trochanter minor lokalisiert und immer instabil. 

Bei allen lateralen Schenkelhalsfrakturen, pertrochantären Femurfrakturen und subtrochantären Femurfrakturen ist eine Operationsindikation gegeben. Je nach Frakturart können unterschiedliche Osteosynthesetechniken angewandt werden (DHS, PFN).

Femurkopfnekrosen sind als Komplikationen auch bei diesen Frakturen nicht ausgeschlossen.

Femurschaftfraktur

Sie entstehen meist bei Verkehrsunfällen durch Gewalteinwirkung auf dem Femurschaft. Röntgenübersicht in zwei Ebenen unter Einschluss der benachbarten Gelenke wird zur Diagnostik durchgeführt. Die Operationsindikation sehen wir bei Erwachsenen immer. Es stehen verschiedene Operationsverfahren zur Verfügung: Verriegelungsnagelung, Fixateur-externe und Plattenosteosynthese.

Trans- und suprakondyläre Femurfraktur

Transkondyläre Femurfrakturen entstehen durch Stauchung bei axialer Krafteinwirkung, suprakondyläre Femurfrakturen - bei einer Biegungs- oder Scherkrafteinwirkung. Bei allen dislozierten trans- und suprakondylären Femurfrakturen, sowie bei den offenen Frakturen ist eine Operationsindikation gegeben. Dabei werden winkelstabile Kondylenplatten oder die dynamische Kondylenschrauben verwendet. Postoperativ besteht eine primäre Übungsstabilität, jedoch keine Belastungsstabilität. 

Pathologische Femurfraktur

Das Femur ist eine sehr häufige Lokalisation pathologischer Frakturen. Pathologische Frakturen treten definitionsgemäß bei einer inadäquaten Krafteinwirkung bei einer Strukturstörung des Knochens auf. Knochenmetastasen sind hierbei die bei weitem häufigste lokalisierte Ursache.

Außer Röntgenaufnahmen in zwei Ebenen ist die MRT zur Beurteilung der intramedullären Ausdehnung der Metastase und der Nähe zu benachbarten Gelenken sowie der Weichteilinfiltration zur Diagnostik erforderlich.
Die Operationsindikation ist bei allen pathologischen und drohenden pathologischen Frakturen gegeben. 

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