Informationen für Patienten

Schulter und Arm

Schlüsselbeinbruch (Klavikula)

Ein Schlüsselbeinbruch entsteht meist durch Sturz auf Arm und Schulter. Die Brüche können mit einem Rucksackverband behandelt werden, der für ca. 3-4 Wochen angelegt werden muss. Nur stark verschobene Brüche oder solche weit am äußeren Ende müssen operiert werden.

Schultereckgelenk (Acromioclavikulargelenk, AC-Gelenk)

Verletzungen erfolgen überwiegend durch Sturz auf den angelegten Arm. Hierdurch können die Bänder zwischen Schlüsselbein und Schulterblatt reißen. Bei ausgedehnten Verletzungen steigt das äußere Ende des Schlüsselbeines unter die Haut hoch wie eine "Klaviertaste". Diese Fälle sollten bei körperlich aktiven Patienten operiert werden. 

Schulterverrenkungen/Auskugelung (Schulterluxation)

Diese Verletzung tritt durch starken Zug oder Drehung am Arm auf. Bei einer Schulterluxation können die Gelenkkapsel, die Pfannenlippe (Limbus) oder auch Nerven verletzt werden. Die Schulter muss vom Arzt wieder eingerenkt werden. Anschließend erfolgt für 2-3 Wochen eine Ruhigstellung in einem Verband, der den Arm am Körper festhält. Bei Patienten unter 40 Jahren sollte eine Abklärung der möglichen Begleitverletzungen durch Kernspinuntersuchungen und/oder Schultergelenksspiegelung (Arthroskopie) erfolgen. Dabei wird die Kapsel und Pfannenlippe gerafft/wieder befestigt, da sonst bei 80-90% eine dauerhafte Instabilität entsteht. Im Alter von über 50 Jahren sind Verletzungen der Gelenklippe seltener.

Abnutzungserscheinungen der Schulter (Rotatorenmanschettenschaden)

Durch den Bauplan des Menschen ist zwischen Schulterdach und Oberarmkopf ein Engpass für die hindurchführenden Sehnen der Schultermuskulatur vorgegeben. In diesem Engpaß können die Sehnen nach Jahren verkleben, aufspleißen oder gar durchscheuern (Impingementsyndrom). Dies kann zu anhaltenden Schulterschmerzen, insbesondere beim nächtlichen Liegen auf der betreffenden Seite, Kraftverlust im Arm und Gelenksteife führen. Die Diagnose kann durch körperliche Untersuchung vermutet  und durch Schultergelenkspiegelung (Arthroskopie) bestätigt werden. Die durchgescheuerten Sehnen können über einen kleinen Schnitt an der Schulter genäht oder mit kleinen Titandübeln am Oberarmkopf wieder befestigt werden. Zusätzlich wird vom Schulterdach der Unterrand abgefeilt, um mehr Platz in dem Engpass für die Sehnen zu schaffen. Eine intensive Nachbehandlung mit Krankengymnastik ist erforderlich. Diese darf 6 Wochen lang nur passiv durchgeführt werden, um einerseits eine Schultersteife, andererseits Zugbelastungen der frisch genähten Sehnen zu vermeiden. 

Oberarmkopfbruch

Der schultergelenknahe Oberarmkopfbruch ist ein häufiger Bruch alter Patienten mit Osteoporose. Nicht oder nur wenig verschobene Brüche können mit einem Verband für 2-3 Wochen und anschließender Krankengymnastik behandelt werden. Stark abgekippte oder Trümmerbrüche sollten operiert werden. 

Häufig kann der Oberarmkopf mit Spezialplatten am Schaft gehalten werden. Bei Vier-Stück-Brüchen und starker Abkippung kann der Oberarmkopf oft nicht erhalten werden. Eine Endoprothese wird erforderlich (künstlicher Oberarmkopf). Oft verbleibt, trotz krankengymnastischer Nachbehandlung, bei den meist hochbetagten Patienten eine Funktionsbehinderung des Armes. 

Oberarmschaftbruch

Der Oberarmschaftbruch entsteht durch stärkere Gewalteinwirkung auf den Oberarm. Wenn der Bruch nicht zu stark verschoben ist, kann nach anfänglicher Ruhigstellung im Schulterarmverband oder mit Manschette (Brace) eine gezielte Bewegungstherapie erfolgen. Bei bestimmten Bruchformen und bei alten oder sehr beleibten Patienten erfolgt die operative Stabilisierung des Oberarmknochens mit Marknägeln oder Platten. Hierdurch kann eine frühere krankengymnastische Therapie durchgeführt werden. 

Ellenbogennahe Oberarmbrüche

Diese Brüche erfordern als Gelenkbrüche fast immer die Operation. Dadurch kann der Ellenbogen frühzeitig beübt und Einsteifungen des Gelenkes verhindert werden.

Ellenbogenbruch (Olecranon-Fraktur)

Bei dieser Bruchform zieht die am Ellenbogen ansetzende Oberarmstreckmuskulatur die Bruchenden auseinander. Die Operation erfolgt mit Drähten oder Platten. Eine intensive krankengymnastische Nachbehandlung ist erforderlich, um Einsteifungen des Gelenkes zu verhindern. 

Ellenbogenverrenkung

Die Behandlung besteht in Wiedereinrenkung und Stabilitätsprüfung in Narkose. Bei Zerreißungen der beidseits des Ellenbogens verlaufenden Bänder wird eine operative Band-Kapselrekonstruktion durchgeführt.

Speichenköpfchenbruch (Radiusköpfchenfraktur)

Dieser Bruch tritt vornehmlich durch Sturz auf den gestreckten Arm auf. Wenig verschobene Brüche (kleiner 1/3 der Gelenkfläche, Stufe kleiner 1 mm) können nach kurzer Ruhigstellung und nach Abklingen der Schmerzen funktionell mit Krankengymnastik behandelt werden. Stärker verschobene Brüche werden operiert (Stabilisierung mit Schrauben oder Drähten). In seltenen Fällen kann das Speichenköpfchen nicht rekonstruiert werden, so dass es entfernt oder durch eine Prothese ersetzt wird.

Unterarmbruch / Verrenkungsbruch

Brüche beider Unterarmknochen (Elle und Speiche) oder Kombinationen des Bruchs eines Knochens mit der Auskugelung des anderen (Verrenkungsbrüche, nach Galeazzi und Monteggia) erfordern eine rasche operative Wiedereinrichtung und Stabilisierung. Sie lassen sich durch Gips allein nicht therapieren und gehen oft mit Weichteilverletzung einher. Der Unterarm kommt hinsichtlich der Funktion der Umwendbewegung einem Gelenk gleich und erfordert eine korrekte Stellung. 

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