Weiterentwicklung der psychiatrischen Versorgung

Bereits ergriffene Maßnahmen

Umgehend nach Ausstrahlung des Team Wallraff-Berichts im März 2019 hat die Klinik damit begonnen, Ihre Ist-Situation zu analysieren und dort wo notwendig, Neuerungen in die Wege zu leiten.

Unterstützt wurde dies durch den externen Berater Dr. Kirschenbauer, der von Mai 2019 bis August 2019  die im Team Wallraff-Bericht erhobenen Vorwürfe auf ihre Korrektheit überprüfte und eine umfassende IST-Analyse der Klinik für Psychiatrie durchführte. Die Ergebnisse seiner Untersuchung wurden im September 2019 veröffentlicht. ► Bericht 1. und 2. Teil 

In den Folgemonaten hat Dr.  Kirschenbauer ein Maßnahmenkonzept entwickelt, das die Klinik ganz im Sinne ihrer Patienten und Mitarbeiter weiterentwickeln soll. Dieser dritte Berichtsteil liegt seit März 2020 vor.
Abschlussbericht

Die Klinik prüft aktuell intensiv, welche der vorgeschlagenen Maßnahmen sie in welchem Zeitraum umsetzen kann. Einige der vorgeschlagenen Maßnahmen waren bereits seitens der Klinik in den ersten Monaten nach der Ausstrahlung und nach der Veröffentlichung der Analyse des Zwischenberichts angestoßen worden.

So befindet man sich seit Herbst 2019 in einem gesteuerten Qualitätsmanagementprozess, der im Frühjahr 2021 eine erfolgreiche Zertifizierung nach der Qualitätsmanagement-Norm  DIN ISO 9001:2015 ermöglichen soll. Der umfangreiche Prozess umfasst nicht nur QM-Standrads, sondern auch Themen wie eine Leitbildentwicklung speziell für die Klinik.

Folgende weitere Maßnahmen wurden u. a. ergriffen:


Räumliche Gegebenheiten

An den räumlichen Gegebenheiten wurde bereits vor September 2019 Änderungen eingeleitet und durchgeführt. So wurde

  • ein Ersteinschätzungsraum außerhalb der D42 eingerichtet. Dadurch, dass nun nicht mehr alle Patienten der Klinik dieser Station aufgenommen werden, ist mehr Ruhe eingekehrt und die Station wurde nachweislich entlastet. 
     
  • im Gebäude wurde durch den Umzug einer somatischen Station mehr Platz für die psychiatrische Abteilung geschaffen. Das Raum-Nutzungs-Konzept wird aktuell erstellt. Unter anderem sieht es eigene Therapieräume für die Patienten der D42 vor.

Andere Themen konnten aufgrund externer Faktoren (wie z. B. Handwerkermangel) noch nicht vollständig abgeschlossen werden: 

  • So wird der extra konzipierte Ruheraum, der aufgebrachte Patienten als Rückzugsort dienen soll, nun Ende April fertiggestellt. Er beinhaltet neben einer ansprechenden Farbgebung und ausschließlich weichen Materialien unter anderem eine Medienwand, die mit sanften Bildern zur Entspannung beiträgt.
     
  • Das Licht-Farbkonzept für die Station wurde in den letzten Monaten erarbeitet. Es soll der nicht mehr zeitgemäßen baulichen Substanz entgegen wirken und sich positiv auf Wohlbefinden und somit den Therapieerfolg auswirken. Die Räumlichkeiten sollen thematisch die Landschaftstypen „Wald“, „Meer“, Berge“ und „Wiese“ widerspiegeln. Diese finden sich sowohl den eingesetzten Wandfarben, als auch in großflächigen Bildern wieder, wie der Architektenentwurf zeigt:
     

            Hierzu sind in den kommenden Monaten umfassende
            Umbaumaßnahmen erforderlich.

            Mobiliar etc. wurde zum Teil bereits ausgetauscht.

            Im September 2020 wurde der Umbau abgeschlossen und das
            ► neue Raum-Licht-Konzept erfolgreich umgesetzt.

 

Mitarbeiter

Im Bereich der Mitarbeiterqualifikation und Zusammenarbeit wurden ebenfalls in den vergangenen 12 Monaten ebenfalls umfassende Maßnahmen ergriffen. So wurde/n

  • ein monatlicher runder Tisch etabliert. Während des Treffens tauschen sich alle Berufsgruppen der Klinik miteinander aus. Insgesamt wurde die interne Kommunikationsstruktur und –kultur beleuchtet und angepasst.
     
  • die Supervision des Teams wieder eingeführt. Sie findet in externer Begleitung 6 x im Jahr statt. Das Konzept hatte das Team berufsgruppenübergreifend erarbeitet, um eine möglichst hohe Akzeptanz zu generieren.
     
  • Bereits im Mai 2019 war der Schulungsstand im Deeskalationstraining überprüft und aufgefrischt worden, wenn notwendig. Ab 2020 finden jährliche Schulungen statt.
     
  • Neu dazugekommen sind die so genannten Recovery-Seminare, die die Mitarbeiter darin schulen den Patienten Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten. 2020 werden drei berufsgruppenübergreifende Seminare durchgeführt.
     
  • Zudem ist geplant mit „Genesungshelfern“ zu kooperieren. Diese so genannten Ex/Ins sind Menschen, die selbst psychiatrieerfahren sind und die stationären Patienten praktisch auf Augenhöhe unterstützen. Erste Gespräche wurden bereits geführt.
     
  • Zudem ist man aktuell dabei, Spezial-Therapeuten zu akquirieren.

 

Vermeidung von Eskalation und therapeutische Konzepte

Neben den oben bereits erwähnten Deeskalationsschulungen wurden die folgenden Maßnahmen in Sachen Vermeidung von Eskalation und therapeutisches Konzept durchgeführt:

  • Safewards wurde eingeführt. Dieses Modell hilft Gewaltausbrüche und Selbstverletzungen in Krisensituationen zu vermeiden und so den Einsatz von Zwangsmaßnahmen vorzubeugen.
     
  • An der Pilotstudie zur Implementierung der S3-Leitlinie „Vermeidung von Zwang: Prävention und Therapie aggressiven Verhaltens“  hat die Klinik erfolgreich teilgenommen und konnte Input gewinnen.
     
  • Der Visitenstandard wurde verändert.

 

Beschwerdemanagement

  • Auf den Stationen der Klinik weisen bereits seit Frühjahr proaktiv auf das hauseigene Beschwerdemanagement und die anonyme Beschwerdestelle der Stadt Frankfurt hin.
     
  • Zudem besteht ein engerer Kontakt zur Patientenfürsprecherin.
     
  • Das Krankenhaus-Bewertungsportal www.klinikbewertungen.de wird regelmäßig gechecked. Sowohl Lob als auch Kritik werden an die betreffenden Teams weitergeleitet und beantwortet.
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