19.10.2020, Frankfurt am Main

Klinikum trägt mit bundesweiter SANO-Studie zur Verbesserung der Behandlungserfolge nach Schlaganfall bei

Führt mehr Bewegung, weniger Rauchen oder konsequente Blutdrucksenkung zu weniger Schlaganfällen? Dieser Frage gehen Neurologen des Klinikums Frankfurt Höchst nach, um die Versorgung Ihrer Patienten nach einem Schlaganfall zu verbessern. Die Patienten können an der sogenannten SANO-Studie teilnehmen. In dieser wird untersucht, ob eine umfassende Nachbetreuung von Schlaganfallpatienten nach dem Krankenhausaufenthalt in einem Netzwerk aus Hausärzten, Rehabilitationskliniken und Therapeuten das Risiko eines erneuten Schlaganfalls senkt. Dazu erhalten die Patienten regelmäßig Unterstützung und Anleitung im Rahmen von Visiten im Klinikum Frankfurt Höchst. Nun hat das Klinikum einen wichtigen Meilenstein erreicht.

„Kürzlich konnten wir den 100. Patienten in die SANO-Studie einschließen“, sagte Mari-Carmen Lichti, die betreuende neurologische Fachärztin im SANO-Projekt. „Die ersten Patienten haben bereits das Jahr der Nachversorgung abgeschlossen und die Rückmeldungen waren durchweg positiv. Für die Patienten war es eine Zeit der Veränderung und Anpassung an die neuen Lebensumstände, die wir begleiten und unterstützen konnten.“

Der Schlaganfall zählt in Deutschland noch immer zu den häufigsten Todesursachen. Laut der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe gibt es jährlich rund 270.000 Betroffene bundesweit, wobei 80 bis 85 Prozent einen sogenannten ischämischen Schlaganfall erleiden. Bei diesem Krankheitsbild sind eines oder mehrere Hirngefäße durch einen Thrombus oder Embolus (Blutgerinnsel) verstopft und das dahinter liegende Gehirnareal wird nicht mehr ausreichend mit Blut bzw. mit Sauerstoff versorgt. Die Folgen sind neurologische Ausfälle, die sehr vielfältig sind. Eine aktuelle Studie von Stahmeyer et al. (2019) fand heraus, dass beachtliche 15 Prozent der Betroffenen innerhalb der nachfolgenden fünf Jahre mindestens einen weiteren Schlaganfall erleiden. Experten sind sich sicher, dass die Fallzahlen durch eine strukturierte Nachsorge und somit einer verbesserten Sekundärprävention verringert werden könnten.

Der zentrale Aspekt der Nachversorgung besteht aus einem Netzwerk aus dem behandelnden Krankenhaus, Hausärzten, Fachärzten, Therapeuten, Pflegenden, Sportvereinen und anderen Leistungsanbietern, die Hand in Hand daran arbeiten das individuelle Schlaganfall-Risiko zu senken. In der Studie sind deutschlandweit 30 neurologische Studienzentren beteiligt, wobei 15 die Kontrollgruppe bilden (herkömmliche Nachversorgung) und 15 Interventionszentren sind. Das Studienzentrum des Klinikums Frankfurt Höchst gehört zu letzteren. Fünfmal im Jahr trifft das Studienpersonal der Klinik für Neurologie, unter Leitung von Chefarzt Prof. Dr. med. Thorsten Steiner, die Patienten im Rahmen von ambulanten Visiten, um über die persönlichen Risikofaktoren, noch bestehende neurologische Defizite und die Sekundärprophylaxe/Medikation zu sprechen und um zu beraten. Die Patienten werden hierbei gebeten, Fragen zu ihrer herkömmlichen Lebensweise zu beantworten und werden zu einem späteren Zeitpunkt über etwaige Änderungen befragt. Im Mittelpunkt der Befragung stehen die persönlichen Gesundheitsziele, wie zum Beispiel Rauchentwöhnung, Ernährungsumstellung und Bewegungssteigerung. Zu der umfangreichen Untersuchung gehört es auch (die leider noch unterschätzten) Depressionen oder depressive Verstimmungen nach Schlaganfall frühzeitig zu erkennen, ebenso wie kognitive Defizite zu erfassen und das Sturzrisiko zu minimieren. Erste Ergebnisse werden für das Jahr 2021 erwartet.

Das SANO-Projekt wird gefördert aus öffentlichen Mitteln des Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses. Bis Juli 2020 konnten so bereits 2.430 Patienten bundesweit in die SANO-Studie eingeschlossen werden. Mehr Informationen zum SANO-Projekt unter www.Sano-Studie.de Durch die SARS-CoV2-Pandemie ist die Rekrutierungszeit bis Ende 2020 verlängert worden, um die Gesamtzahl von 2.790 Studienteilnehmern zu erreichen. An SANO beteiligt sind neben Prof. Dr. med. Thorsten Steiner als Studienleiter, Diana Isabella Dmytrow, M.Sc. als Leitung Klinische Forschung, Fachärztin Mari-Carmen Lichti als Studienärztin, Christine Papp und Jana Zarzitzky als Studienassistentinnen sowie Dr. rer. nat. Melanie Ferschke als Ernährungswissenschaftlerin.

Über das Klinikum
Das Klinikum Frankfurt Höchst ist ein leistungsstarker Maximalversorger im größten    kommunalen Klinikverbund der Region, der Kliniken Frankfurt Main-Taunus GmbH. In den 22 Kliniken, Instituten und Fachabteilungen werden allein am Standort Frankfurt Höchst jährlich mehr als 37.000 stationäre und 100.000 ambulante Patienten versorgt. Über 2.000 Mitarbeiter setzen sich täglich mit modernster Diagnostik und Therapie für die Gesundheit der uns anvertrauten Patienten ein. Fünf Schulen für pflegerische und nichtärztliche medizinische Fachberufe leisten einen wichtigen Beitrag zum Ausbildungsangebot in der Region. Ein moderner Neubau wird bis 2021 errichtet.


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