28.10.2020, Frankfurt am Main

Versorgung seltener Tumoren am Klinikum: Hessens erstes Sarkomzentrum rezertifiziert

Die Deutsche Krebsgesellschaft bescheinigt Hessens erstem Sarkomzentrum am Klinikum Frankfurt Höchst erneut eine hohe Expertise bei der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit einem Sarkom. Es wurde nach erfolgreicher Begutachtung durch Fachexperten von der Deutschen Krebsgesellschaft kürzlich rezertifiziert. Da Sarkome im Vergleich zu Lungen- oder Brustkrebs relativ selten sind, gibt es deutschlandweit nur wenige Spezialzentren für diese heimtückische Form des Krebses. Zu der seltenen Krebsart zählen Tumoren am Weichgewebe, am Knochen sowie sogenannte gastrointestinale Stromatumoren (GIST) im Magen-Darmtrakt. 

Das Sarkomzentrum Frankfurt (Leitung: Prof. Dr. med. Matthias Schwarzbach, Zentrumskoordination: Dr. med. Felicitas Scholten) zeichnet sich durch eine sektoren- und ortsübergreifende Zentrumsstruktur aus,  die gemeinsam mit Spezialisten aus dem gesamten Bundesgebiet wie z.B. den Kliniken des Main-Taunus-Kreises, dem Markus-Krankenhaus, der Frankfurter BG-Klinik bzw. der Universitätsklinik Heidelberg realisiert wird. Von diesem Expertennetzwerk profitieren die Patienten in besonderem Maße. Am Klinikum Frankfurt Höchst begleiten auch speziell ausgebildete Pflegefachkräfte der Onkologie die Betroffenen. Haimanot Tadesse-Kassa, Fachkrankenschwester für Onkologie und Palliativpflege, ist die erste „Sarkoma Care Nurse“ am Klinikum und steht hier den Betroffenen zur Seite. Von der Diagnose bis zur Nachsorge ist sie wichtige Unterstützerin für die Patienten, aber auch für deren Angehörige. Sie ist Mittlerin zwischen den Erkrankten und den für sie wichtigen Berufs- sowie Selbsthilfegruppen. Als berufserfahrene onkologische Fachkrankenschwester mit besonderen Kenntnissen über die Sarkom-Erkrankungen ist sie so Lotsin im Gesundheitswesen für die Betroffenen und ihre Angehörigen. Prof. Schwarzbach betont: „Patienten mit einem Sarkom haben oft eine regelrechte Odyssee hinter sich, ehe die richtige Diagnose gestellt wird. Ganz wichtig ist daher, die richtigen Behandlungspartner zu finden und zu kennen. Die Qualitätssiegel der Deutschen Krebsgesellschaft bieten dabei eine wichtige Orientierung.“

Die Behandlung von Sarkompatienten in Frankfurt Höchst hat seit vielen Jahren eine große Tradition. Seit 2010 wurden ca. 800 große Sarkomoperationen bei Patienten überwiegend aus Deutschland, aber auch Europa und aus Übersee durchgeführt. Als einziger Experte in Hessen für Weichteiltumoren wurde Prof. Schwarzbach Ende 2019 auch vom Focus ausgezeichnet.

Über Sarkome
Unter Sarkomen versteht man einen bösartigen Tumor, ausgehend vom Stütz- bzw. Bindegewebe. Abhängig vom Ursprung des Tumors lassen sich mehrere Sarkome unterscheiden, wie z.B. das Liposarkom (von Fettzellen ausgehend), das Leiomyosarkom (von Muskelzellen ausgehend), das Angiosarkom (von Blutgefäßen ausgehend) oder das Fibrosarkom (von Bindegewebszellen ausgehend). Gemeinsam ist allen Sarkomen, dass sie sehr früh in oder über die Blutbahn metastasieren. Sarkome treten überwiegend an den Extremitäten, am Rumpf oder hinter dem Bauchfell auf. Aber auch Kopf oder Hals können betroffen sein. Eine eher seltene Form ist der Befall des Magen-Darm-Trakts, mit den s.g. gastrointestinalen Stromatumoren (GIST). Die ideale Behandlung für jeden einzelnen Fall zu finden, erfordert hohe medizinische Expertise. An einem Sarkomzentrum arbeiten daher Spezialisten wie Onkologen, Chirurgen, Radiologen, Pathologen, Strahlentherapeuten sowie Experten aus Pflege und Therapeuten zum Wohl der Betroffenen sektor- und ortsübergreifend eng zusammen.

Über das Klinikum
Das Klinikum Frankfurt Höchst ist ein leistungsstarker Maximalversorger im größten kommunalen Klinikverbund der Region, der Kliniken Frankfurt Main-Taunus GmbH. In den 22 Kliniken, Instituten und Fachabteilungen werden allein am Standort Frankfurt Höchst jährlich mehr als 37.000 stationäre und 100.000 ambulante Patienten versorgt. Über 2.000 Mitarbeiter setzen sich täglich mit modernster Diagnostik und Therapie für die Gesundheit der uns anvertrauten Patienten ein. Fünf Schulen für pflegerische und nichtärztliche medizinische Fachberufe leisten einen wichtigen Beitrag zum Ausbildungsangebot in der Region. Ein moderner Neubau wird bis 2021 errichtet.


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