19.03.2019, Frankfurt a.M.

Stellungnahme des Klinikums Frankfurt Höchst nach Ausstrahlung „Team Wallraff“ vom 18. März 2019

Der Umgang mit schwer psychisch kranken Patienten ist oft hoch konflikthaft. Bei nur ausschnittsweiser Betrachtung können leicht erhebliche Zerrbilder entstehen.

Das Klinikum Frankfurt Höchst weist die in der Sendung „Team Wallraff – Reporter undercover“ vom 18. März 2019 dargestellte, stark verkürzte und aus den individuellen Zusammenhängen sowie Krankheitsbildern gerissene Berichterstattung über die Arbeit auf der geschützten psychiatrischen Station zurück. Wir werden intern intensiv „aufklären“ und Missständen - sollten sie vorhanden sein - vorbehaltlos nachgehen. Auch externen Gutachtern steht das Klinikum offen gegenüber, um über diesen Weg eine neutrale Beurteilung der Verhältnisse in der Psychiatrie zu erreichen. An der altbaulichen Infrastruktur der Stationen und Aufenthaltsräumen wird unabhängig davon permanent gearbeitet, etwa durch stetige Renovierungsarbeiten usw. Eine endgültige Besserung der baulichen Gegebenheiten wird erreicht mit dem dringend erforderlichen kompletten Neubau der Psychiatrie im 3. Bauabschnitt, der bereits fester Beschlussstand des Magistrats der Stadt Frankfurt am Main ist.

Über die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie – Psychosomatik

Ziel der psychiatrischen Versorgung ist die Sicherstellung möglichst personenzentrierter und individuell passgenauer Hilfsangebote. Der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie-Psychosomatik obliegt die regionale Versorgungsverpflichtung für ca. 200.000 Einwohner des Frankfurter Westens. Diese gemeindenahe Konzeption sichert eine größtmögliche Kontinuität der Therapie. Alle für psychiatrische Kliniken geltenden gesetzlichen Vorschriften inkl. der geltenden Personalanforderungen sowie für die Fixierung werden selbstverständlich beachtet.

Der verkürzten Berichterstattung ist ebenso die Tatsache zum Opfer gefallen, dass für die psychiatrische Versorgung der Patienten nach modernen Standards neben zwei geschützten Stationen weitere drei vollstationäre „offene“ Behandlungseinheiten mit insgesamt 116 Betten, eine Tagesklinik mit 22 Plätzen und eine Institutsambulanz zur Verfügung stehen. Ein psychiatrisches medizinisches Versorgungszentrum ergänzt die ambulanten Behandlungsmöglichkeiten. So kann die stationäre, tagesklinische und ambulante fachpsychiatrische und -psychotherapeutische Akut- und Vollversorgung Erwachsener lückenlos garantiert werden. Zur Anwendung kommen in jeweils individueller Kombination Einzel- und Gruppenpsychotherapie, Pharmakotherapie, pflegerische Betreuung, Kunst- und Ergotherapie unter besonderer Berücksichtigung kreativer Verfahren. Hinzu kommen weitere Projektarbeiten, Sozio- und Milieutherapie, Bewegungs-, Tanztherapie und Krankengymnastik sowie Angehörigenarbeit in Einzel- und Gruppenangeboten. Auch ein großer geschützter Garten steht zur Verfügung.

Die Behandlungsteams bestehen aus Ärzten, Psychologen, Pflegekräften, Ergo- und Kunsttherapeuten, Sozialarbeitern und Bewegungstherapeuten, die neben der klinisch-psychiatrischen Grundorientierung unterschiedliche psychotherapeutische Ausrichtungen in die gemeinsame Arbeit einbringen: tiefenpsychologisch, analytisch, verhaltenstherapeutisch und familiendynamisch. Die individuelle Therapie erfolgt patientenorientiert nach einem integrativen Behandlungskonzept unter Berücksichtigung von biologisch-somatischen, psychodynamischen, tiefenpsychologischen, verhaltenstherapeutischen und sozialen Aspekten.

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