12.08.2020, Frankfurt am Main

Kliniken Frankfurt-Main-Taunus weiterhin im Aufwärtstrend: Jahresergebnis erneut verbessert

Der größte kommunale Klinikverbund der Rhein-Main-Region, die Kliniken Frankfurt-Main-Taunus, hat seinen Weg aus den roten Zahlen auch 2019 konsequent fortgesetzt. Das zurückliegende Wirtschaftsjahr wurde mit einem Minus von rund 1,6 Mio. Euro und somit deutlich besser als das Vorjahr abgeschlossen (2018: -3,5 Mio. Euro). Geschäftsführung, Aufsichtsrat und Gesellschaftervertreter zeigen sich zufrieden mit der Entwicklung der letzten Jahre und werten sie als deutliches Zeichen für den Erfolg des 2016 gegründeten Verbundes. Ziel ist jedoch weiterhin, wie bei Verbundgründung im Konsortialvertrag festgehalten, ein positives Jahresergebnis zu erreichen.

An den drei Krankenhäusern des Verbundes in Frankfurt-Höchst, Bad Soden und Hofheim wurden insgesamt 60.000 Patienten stationär und 122.000 Patienten ambulant versorgt. Der Gesamtumsatz lag mit 330 Mio. Euro um 15 Mio. Euro über dem des Vorjahres. „Noch haben wir den Sprung in die schwarzen Zahlen zwar nicht geschafft. Doch die Tatsache, dass wir unser Defizit erneut verringern konnten, zeigt, dass wir mehr und mehr Synergieeffekte schaffen und dadurch Kosten reduzieren. Als einzelnes Krankenhaus wäre dies so nicht möglich“, erläutert Martin Menger, Vorsitzender der Geschäftsführung.

Beispielhaft hierfür sieht Verbund-Geschäftsführer Stefan Schad den Bereich der Medizintechnik: „Die Medizintechnik zählt mit zu den kostenintensivsten Bereichen im Krankenhaus. Umso wichtiger war es, dass wir hier im vergangenen Jahr eine verbundeinheitliche Struktur aufgebaut haben und so eine bessere Situation im Einkauf schaffen konnten. Dadurch haben wir die Kosten stark reduziert.“ Zudem habe man deutlich seltener als in den Vorjahren auf teure externe Berater zurückgreifen müssen, seitdem die standortübergreifend agierende Bereichsleiterebene 2019 auch in den Bereichen IT, Prozessmanagement, Medizintechnik und Unternehmenskommunikation mit erfahrenen Branchen-Experten besetzt werden konnte. Bereits seit 2018 sind die Konzernbereichsleiterpositionen Finanzen, Einkauf und Personal standortübergreifend aktiv.
Durch die Kostenreduktion konnten beispielsweise Tarifsteigerungen im Personalbereich kompensiert werden.

Kliniken des Main-Taunus-Kreises
Auf die Teilkonzerne bezogen verzeichnen die Kliniken des Main-Taunus-Kreises 2019 ein leichtes Plus von rd. 100.000 Euro gegenüber einem Minus von 1,7 Millionen im Vorjahr. Insgesamt ist es den Kliniken des Main-Taunus-Kreises gelungen, die Umsatzerlöse um fünf Prozent auf insgesamt 117 Mio. Euro im Jahr 2019 zu steigern. Zeitgleich stiegen die Personal- und Materialkosten um lediglich drei Prozent. Stefan Schad sieht - neben Synergien aus dem Verbund - auf Seiten der Kliniken des Main-Taunus-Kreises u. a. folgende Entwicklungen als ursächlich für das positive Jahresergebnis: „In mehreren Bereichen sehen wir deutlich, dass das Vertrauen der Patientinnen und Patienten in die Arbeit unserer Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte und Therapeutinnen und Therapeuten immer weiter wächst. So verzeichneten wir beispielsweise in der Behandlung von psychiatrischen und psychosomatischen Erkrankungen einen deutlichen Anstieg. Das gleiche gilt für die Altersmedizin. Zeitgleich wenden sich mehr Patientinnen und Patienten mit schweren Krankheitsverläufen, z. B. in der Kardiologie, an unsere Experten. Nicht zuletzt wurde unsere 2019 neu eröffnete Schmerzklinik gut angenommen.“ Über alle medizinischen Fachbereiche hinweg wurden im Jahr 2019 an den Kliniken des Main-Taunus-Kreises 23.000 stationäre und 42.000 ambulante Patienten behandelt.

Klinikum Frankfurt-Höchst
Das Jahresergebnis des Klinikums Frankfurt Höchst bewegt sich mit einem Minus von rund 1,7 Mio. Euro ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres. Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass das Klinikum zum ersten Mal die hohen Kosten der Renten-Zusatzversicherung für Mitarbeiter im öffentlichen Dienst (ZVK) selbst tragen musste (> 2 Mio. Euro). Zuvor hatte die Stadt Frankfurt am Main diese übernommen. Der Umsatz des Klinikums lag im zurückliegenden Wirtschaftsjahr bei 213 Mio. Euro und damit zum zweiten Mal in Folge über der 200 Mio. Euro-Grenze. Die Umsatzsteigerung resultiert laut Geschäftsführung vor allem aus Mehrerlösen aus dem Budgetbereich sowie einer Steigerung der ambulanten Erlöse. Die Gesamt-Zahl der Patienten belief sich auf rund 37.000 stationäre und 80.000 ambulante Fälle. „Besonders stolz sind wir auf unsere Erstzertifizierung als onkologisches Zentrum durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG). Sie bestätigt unserem Haus dadurch exzellente Behandlungsergebnisse bei Krebserkrankungen über die gesamte Versorgungskette hinweg. Das übergreifende Zertifikat beinhaltet das Brustzentrum, das Gynäkologische Krebszentrum, das Darm-, das Pankreaskarzinom- sowie das Sarkomzentrum“, so die scheidende Geschäftsführerin Dr. Dorothea Dreizehnter.

Aufsichtsrat und Gesellschafter zufrieden
Der Aufsichtsratsvorsitzende Harald Schmidt sieht den Verbund auf einem guten Weg: „Zwar bewegen wir uns noch in den roten Zahlen, doch kommen wir Jahr für Jahr unserem Ziel eines positiven Jahresergebnisses immer näher. Ich sehe, wie sich die Arbeit im Verbund entwickelt und bin zuversichtlich, dass wir dieses Ziel erreichen werden. Ein dauerhaft positives Jahresergebnis ist essentiell, um notwendige Eigeninvestitionen tätigen zu können und so ein attraktiver Gesundheitsdienstleister und Arbeitgeber in der Region zu bleiben.“

Die Gesellschaftervertreter sehen im vorliegenden Jahresabschluss ebenfalls ihr Vertrauen in den Verbund bestätigt. „Es freut mich, dass der Verbund und die einzelnen Häuser erneut eine positive Entwicklung genommen haben. Dies ist das Ergebnis des vorbildlichen Einsatzes aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ihre Patientinnen und Patienten“, so Stadtrat Stefan Majer, Gesundheitsdezernent der Stadt Frankfurt.
Michael Cyriax, Landrat des Main-Taunus-Kreises, ergänzt: „Gerade die Corona-Pandemie zeigt uns einmal mehr, welch tollen Job die Verbundmitarbeiterinnen und -mitarbeiter machen. Ich bin beeindruckt davon, was unsere Krankenhäuser ebenso wie die Seniorenresidenz in Eppstein und ihre Teams in dieser Ausnahmezeit geleistet haben und leisten. Danke!“

Auch die Geschäftsführung dankt den Mitarbeitern des Verbundes für ihr tagtägliches Engagement, das sie nicht nur während der diesjährigen Corona-Pandemie zeigen.

Auswirkungen der Corona-Pandemie
Abzuwarten bleibt laut Menger, wie sich diese Pandemie auf das laufende Geschäftsjahr auswirken wird. „Natürlich geht die finanzielle Belastung durch überteuerte Schutzausrüstung und ausfallende Behandlungen auch an uns nicht spurlos vorüber. Das hat unserer Finanzabteilung und unserem Einkauf zu Beginn der Pandemie schon die eine oder andere Schweißperle auf die Stirn getrieben, auch wenn die Liquidität der Krankenhäuser nie in Gefahr war. Aktuell normalisiert sich vieles wieder und wir blicken wesentlich zuversichtlicher in die Zukunft als noch im März. Momentan gehen wir davon aus, dass wir unsere Planziele erreichen werden. Allerdings bleibt abzuwarten, wie sich die Corona-Pandemie in den kommenden Wochen und Monaten entwickeln wird.“

Positiv stimmt Menger, dass der Verbund im laufenden Jahr bereits weitere Synergieprojekte umgesetzt hat. Zu Jahresbeginn hatte die verbundzugehörige Service Gesellschaft der Kliniken des Main-Taunus-Kreises die Reinigung der Gebäude des Klinikums Frankfurt Höchst von einem externen Dienstleister übernommen. Zeitgleich wechselten 200 Mitarbeiter des Dienstleisters in die Service Gesellschaft. Somit werden nun alle Verbundunternehmen aus einer Hand gereinigt, und die Reinigungsstandards vereinheitlicht. So soll ein bereits im November 2019 an den Krankenhäusern in Bad Soden und Hofheim neu eingeführtes Reinigungsmodell perspektivisch auch am Standort Frankfurt-Höchst angewandt werden. Das so genannte Dernbacher Reinigungsmodell wurde eigens entwickelt, um die Vorgaben der in diesem Jahr in Kraft tretenden DIN-Norm für Krankenhausreinigung zu erfüllen.

Auch in der Speisenversorgung sind die Krankenhäuser weiter zusammengewachsen. Die verbundeigene Küche in Kelkheim, die bereits seit vielen Jahren die Patienten und Mitarbeiter der Kliniken des Main-Taunus-Kreises versorgt, beliefert seit März nun auch das Klinikum Frankfurt Höchst.

Dreizehnter verlässt Verbund im August
Noch ungeklärt ist dagegen die Frage, wie es in der Geschäftsführung des Klinikums Frankfurt Höchst weitergeht. Nachdem Geschäftsführerin Dr. Dorothea Dreizehnter im Frühjahr mitteilte, dass sie sich in Bremen einer neuen Herausforderung stellen möchte, beraten die Gremien aktuell über die Nachfolgeregelung. Fest steht jedoch mittlerweile, dass Dr. Dreizehnter den Verbund im August verlassen wird. Bis über die Nachfolgeregelung in der Geschäftsführung entschieden ist, wird der Vorsitzende der Geschäftsführung Martin Menger als alleinige Spitze das Klinikum Frankfurt-Höchst leiten. Er wird auch die Geschäftsführungsposition von Dr. Dreizehnter in der Zentralen Errichtungsgesellschaft (ZEG) übernehmen. Die ZEG betreut den Neubau des Klinikums Frankfurt Höchst.

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Die Kliniken Frankfurt-Main-Taunus
Die Kliniken Frankfurt-Main-Taunus betreiben als Verbund und gemeinnützige Gesellschaft die kommunalen Kliniken an den Standorten Bad Soden, Hofheim und Frankfurt-Höchst. Mit insgesamt rund 1500 Betten und 3800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind sie der größte kommunale Klinikverbund in der Region. Mit der standortübergreifenden, interdisziplinären Zusammenarbeit und der Bündelung medizinischer Kompetenzen bietet der Zusammenschluss etwa in der Behandlung onkologischer Erkrankungen, der Therapie bei Schlaganfall, aber auch im Rahmen des Eltern-Kind-Zentrums ein herausragendes Leistungsspektrum.


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