04.05.2020, Frankfurt am Main

Chefarztwechsel in der Anästhesie im Klinikum Frankfurt Höchst

Nach 24 Jahren geht der Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Operative Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie am Klinikum Frankfurt Höchst, Prof. Dr. Hans Walter Striebel, nun in den Ruhestand. Seine Nachfolge trat zum 1. Mai 2020 der erfahrene Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin, Prof. Dr. Daniel Chapell an, der vom Universitätsklinikum der LMU München nach Frankfurt wechselt.

„Mit Prof. Chappell haben wir einen hervorragenden Spezialisten gefunden, der neben der Intensiv- und Notfallmedizin auch die besonderen Anforderungen an die anästhesiologische Versorgung von Kindern sowie Neugeborenen bestens beherrscht und so die medizinische Ausrichtung des Klinikums perfekt abbildet. Das war uns wichtig“, unterstreicht Martin Menger, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Kliniken Frankfurt-Main-Taunus, zu denen das Klinikum Frankfurt-Höchst gehört.

Der neue Chefarzt freut sich auf seine Aufgaben: „Ich bin stolz, eine sehr gut aufgestellte Anästhesie zu übernehmen. Prof. Striebel ist als Koryphäe auf seinem Gebiet bekannt. Als Krankenhaus der Maximalversorgung bietet das Klinikum Frankfurt Höchst zudem ein spannendes und abwechslungsreiches Arbeitsfeld, das ich in den kommenden Jahren weiterentwickeln möchte.“ Besonderen Wert legt Chappell auf eine enge Zusammenarbeit mit den anderen medizinischen Fachdisziplinen sowie mit der Intensiv- und Anästhesiepflege. „Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin leben von der Teamarbeit. Ein gutes Team braucht daher Ärzte und Pflege, die auf Augenhöhe gemeinsam alles für den Patienten tun“, unterstreicht er. Ein zentraler Punkt wird zudem die Verbund-Kooperation mit den Kliniken des Main-Taunus-Kreises sein. „Chefarzt Prof. Booke macht im Main-Taunus-Kreis seit Jahren einen ausgezeichneten Job und ich freue mich auf eine enge Zusammenarbeit, um noch effizienter zu werden und Synergien zu erzeugen“, so der neue Chefarzt.

Eine Rückkehr in die Heimat
Als „Frankfurter Bub“, wie er sich selbst stolz bezeichnet, ist es nach 25 Jahren für Chappell auch eine Rückkehr in die Region und in die Nordwestkurve der Eintracht, für die er eine Dauerkarte hat. Der in Großbritannien geborene Chefarzt ist in Bad Soden aufgewachsen und hat in Frankfurt am Main sein Abitur absolviert, bevor er zum Studium nach München ging. Er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.

Der Mediziner Prof. Chappell ist Facharzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin mit den Zusatzbezeichnungen spezielle anästhesiologische Intensivmedizin sowie Notfallmedizin. In seiner vorherigen Tätigkeit war er als geschäftsführender Oberarzt der Klinik für Anästhesie sowie anästhesiologischer Bereichsleiter der Kliniken für Unfallchirurgie, Orthopädie und Hand-plastisch-rekonstruktiver Chirurgie beschäftigt. Zu seinen Aufgabenbereichen zählte unter anderem die Organisation und Personalführung eines OP-Zentrums mit 16 Sälen. Besondere Erfahrung hat er zudem in der Anästhesie für Gynäkologie und Geburtshilfe, Mund-Kiefer-Gesichts-, Herz- und Transplantationschirurgie. Der 2011 habilitierte Anästhesist beschäftigte sich im Rahmen seiner Forschung mit der Struktur und Physiologie von Blutgefäßen und erhielt dafür Wissenschaftspreise, u.a. der Deutschen und Europäischen Gesellschaft für Anästhesiologie. Als bislang einziger Anästhesist wurde er in die Junge Akademie der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina berufen. Zudem besitzt er die Qualifikation als Prüfarzt für klinische Studien. Er wirkte u. a. an der S1-Leitlinie Geburtshilfliche Anästhesie mit und ist Mitglied mehrerer Fachgesellschaften sowie Arbeitskreise, darunter der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Seine Erfahrungen als Notarzt und im außerklinischen Intensivtransport kommen dem Notfallstandort Frankfurt-Höchst zu Gute.

Prof. Striebel geht in den Ruhestand
Nun tritt er die Nachfolge von Prof. Dr. med. Hans Walter Striebel an, der nach über zwei Jahrzehnten Klinik-Zugehörigkeit Ende April in den Ruhestand ging. 1996 war er dem Chefarztruf nach Frankfurt Höchst gefolgt. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Klinikum zu einem der größten Notfallzentren in Hessen. In Kooperation mit der Johanniter-Unfall-Hilfe wurde 2012 auf sein Betreiben u. a. am Klinikum ein hochmoderner Intensivtransportwagen stationiert, um nur eines seiner vielfältigen Verdienste zu nennen. Zugleich engagierte sich Prof. Striebel stets in der Weitergabe seines Wissens an den medizinischen Nachwuchs. Über 150 Ärztinnen und Ärzte für Anästhesie hat er in Frankfurt Höchst ausgebildet. Als Autor vieler praxisorientierter Lehrbücher über die Anästhesie, die Notfall- sowie Intensivmedizin und auch über Schmerztherapie sowie speziell über Kinderanästhesie, z.T. in zehnter überarbeiteter Auflage und z.T. in fremde Sprachen übersetzt (z.B. ins Russische), machte er sich nicht nur bundesweit einen Namen. Allein die mittlerweile als „Der Striebel“ bekannten Werke gelten als Goldstandard in der Anästhesie.

Pro Jahr hat er mit seinem Team ca. 18.000 Anästhesien durchgeführt, vom kleinsten Frühgeborenen bis zum hochbetagten Erwachsenen. Ob nun Voll- oder Teilnarkose, einschläfernd sei das Fach Anästhesie keinesfalls, im Gegenteil, „eine der wichtigsten Eigenschaften eines Anästhesisten muss stete Vigilanz (Wachsamkeit) sein“, pflegte Prof. Striebel oft zu sagen. Besonders stolz ist Prof. Striebel auf seine Mannschaft, auf sein „Dream-Team“, dem er in seiner neuesten Publikation herzlich im Vorwort dankt. Bedanken möchte er sich auch bei seinem sehr engagierten anästhesiologischen und intensivmedizinischen Pflegeteam sowie insbesondere auch bei seinen operativen Chefarztkollegen, mit denen er viele und z.T. schwerstkranke Patienten betreuen konnte. Prof. Striebel ist hoch erfreut, dass mit Prof. Chappell ein Nachfolger für seine Klinik gefunden wurde, „dem eine exzellente Reputation bestätigt werden kann.“ 

In welch große Fußstapfen Prof. Chappell nun tritt, betont die Geschäftsführerin des Klinikums, Dr. Dorothea Dreizehnter: „Mit großer Energie und Gewissenhaftigkeit trieb Prof. Striebel die stetige Entwicklung seiner Abteilung und des gesamten Krankenhauses voran. Er hat in den vergangen Jahrzehnten dafür gesorgt, dass unsere Kliniken mit der Anästhesie einen exzellenten und verlässlichen Partner an ihrer Seite hatten und somit eine bestmögliche Behandlung für unsere Patienten ermöglichen konnten. Wir danken ihm für seine Arbeit, für sein Engagement und für seine hervorragenden medizinischen Leistungen und wünschen ihm für den neuen Lebensabschnitt alles Gute und Gesundheit“, so Geschäftsführerin Dr. Dorothea Dreizehnter.

Über das Klinikum

In der Klinik für Anästhesie, operative Intensivmedizin, Notfallmedizin, Schmerztherapie arbeiten 45 Ärztinnen und Ärzte und stellen rund um die Uhr eine kompetente fachärztliche Betreuung während Vollnarkosen (Allgemeinanästhesien), Teilnarkosen (Regionalanästhesien) sowie im Rahmen der Intensiv- und Notfallmedizin sicher.

Das Klinikum Frankfurt Höchst ist ein leistungsstarker Maximalversorger im größten    kommunalen Klinikverbund der Region, der Kliniken Frankfurt Main-Taunus GmbH. In den 22 Kliniken, Instituten und Fachabteilungen werden allein am Standort Frankfurt Höchst jährlich mehr als 37.000 stationäre und 100.000 ambulante Patienten versorgt. Über 2.000 Mitarbeiter setzen sich täglich mit modernster Diagnostik und Therapie für die Gesundheit der uns anvertrauten Patienten ein. Fünf Schulen für pflegerische und nichtärztliche medizinische Fachberufe leisten einen wichtigen Beitrag zum Ausbildungsangebot in der Region. Ein moderner Neubau wird bis 2020 errichtet. Mehr Informationen zu den medizinischen Zentren im Internet unter www.KlinikumFrankfurt.de oder www.kliniken-fmt.de.

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