15.10.2020, Frankfurt am Main

Jeder kann Leben retten: Klinikum informiert zum weltweiten Tag der Wiederbelebung am 16. Oktober

Hört das Herz nach einem plötzlichen Herz-Kreislaufstillstand auf zu pumpen, erhält das Gehirn keinen Sauerstoff mehr und beginnt bereits nach fünf Minuten Schaden zu nehmen. Ein lebensbedrohlicher Zustand für die Betroffenen, der schwerwiegende Folgen haben kann. Um das Bewusstsein der Bevölkerung für die Wichtigkeit einer lebensrettenden Reanimation (Herz-Lungen-Wiederbelebung) zu erhöhen, ruft der Deutsche Rat für Wiederbelebung (GRC) am Freitag, 16. Oktober 2020, unter dem Motto „Jeder kann Leben retten“ zum dritten „World Restart a Heart Day“ (Tag der Wiederbelebung) auf. Auch das Klinikum Frankfurt Höchst beteiligt sich wieder an dieser bundesweiten Aktion und hat auf seiner Homepage unter www.KlinikumFrankfurt.de/kliniken-und-institute/cardiac-arrest-center-region-frankfurt.html viel Wissenswertes rund um die Themen Herzinfarkt, Wiederbelebung bei Erwachsenen sowie die Bedeutung von sogenannten Reanimationszentren (Cardiac Arrest Center) zusammengestellt.

In Deutschland erleiden jedes Jahr mehr als 50.000 Menschen einen plötzlichen Herzstillstand. Nach Rauchen und Alkohol immerhin die dritthäufigste Todesursache im Bundesgebiet. Da fast zweidrittel aller Reanimationen zu Hause stattfinden, kann theoretisch jeder einer Wiederbelebungssituation ausgesetzt sein. Bei vielen Menschen löst der Gedanke an eine Herzdruckmassage jedoch Ängste und Befürchtungen aus, sodass derzeit nur 39 Prozent der Laien in Deutschland helfen. Dr. med. Daniel Bock, Oberarzt der Klinik für Innere Medizin 1 (Kardiologie, konservative Intensivmedizin, Angiologie) am Klinikum Frankfurt Höchst, möchte die Hemmschwelle für potenzielle Helfer senken und betont: „Jeder kann eine Reanimation durchführen. Falsch machen kann man eigentlich nichts, außer nichts zu tun!“ Meist haben Erwachsene noch genug Sauerstoff im Blut, um mit einer Herzdruckmassage die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes zu überbrücken. Dazu muss der Sauerstoff quasi per Hand durch den Ersthelfer ins Gehirn gepumpt werden. „Mit beiden Händen kräftig mitten aufs Brustbein, in der Mitte des Brustkorbes drücken und das ohne Pause 100 bis 120 Mal pro Minute. Die Schultern der ausgestreckten Arme sollten sich dabei mittig über dem Druckpunkt befinden“, erklärt Kardiologe Dr. Bock.

„Prüfen – Rufen – Drücken“ sind die drei einfachen Schritte einer lebensrettenden Wiederbelebungsmaßnahme. In der Rettungskette gilt die Laienreanimation längst als wichtigster Bestandteil, erhöht sie doch die Überlebenschancen der Betroffenen um das Zwei- bis Dreifache. In aktuellen Empfehlungen zur Reanimation wird zudem gefordert, erfolgreich wiederbelebte Patienten in spezialisierten Krankenhäusern, sogenannten Cardiac Arrest Centern, wie dem Klinikum Frankfurt Höchst weiter zu behandeln. Durch genau aufeinander abgestimmte, festgelegte Behandlungsabläufe können die Versorgung und die Überlebenschancen von Patienten mit Herzstillstand so deutlich verbessert werden. Als ausgewiesenes Notfall-Krankenhaus der Maximal­versorgung bietet das Klinikum Frankfurt Höchst mit seiner Vielzahl an Fachabteilungen die besten Voraussetzungen für die dafür erforderliche interdisziplinäre Zusammenarbeit. Am 2019 zertifizierten Cardiac Arrest Center des Klinikums werden jährlich etwa 150 Patienten mit Herzstillstand behandelt.  

Mit Aktionstagen wie dem weltweiten Tag der Wiederbelebung engagiert sich das Klinikum Frankfurt Höchst als Mitglied der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) e.V. aktiv für eine Verbesserung der medizinischen Behandlungsqualität sowie mehr Patientensicherheit in den Krankenhäusern. Damit werden die Patienten in den Mittelpunkt der Aktivitäten zur Qualitätsverbesserung gestellt.

Bis zum Jahr 2020 möchte der Deutsche Rat für Wiederbelebung mit Aktionen wie dem „World Restart a Heart Day“ eine Laienreanimationsquote von 50 Prozent erreichen und damit jährlich 10.000 Leben zusätzlich retten. Mehr Informationen unter www.grc-org.de 

Über das Klinikum
Die Klinik für Innere Medizin 1 (Kardiologie, konservative Intensivmedizin, Angiologie), unter Leitung von Prof. Dr. med. Ulrich Hink, bietet das gesamte Spektrum moderner Untersuchungsverfahren und Behandlungsmethoden für Herz- und Gefäßerkrankungen an. Gerade für das Überleben und die Wiederherstellung eines stabilen Herz-Kreislauf-Systems von Patienten mit Herzstillstand ist eine schnelle und wirksame Versorgung entscheidend. Mit dem sogenannten Cardiac Arrest Center Region Frankfurt (CARF) bietet das Klinikum Frankfurt Höchst ein spezialisiertes Zentrum, das eine hohe Expertise der einzelnen beteiligten Fachdisziplinen (u.a. Kardiologie, Anästhesiologie, Neurologie, Notfallmedizin) in der Behandlung von Herzstillstand-Patienten aufweist. Die dafür erforderliche Struktur und Organisation wird im Höchster Cardiac Arrest Center Tag und Nacht vorgehalten und bietet damit optimale Voraussetzungen für die Behandlung dieser schwerst-erkrankten Patienten.

Das Klinikum Frankfurt Höchst ist ein leistungsstarker Maximalversorger im größten kommunalen Klinikverbund der Region, der Kliniken Frankfurt Main-Taunus GmbH. In den 22 Kliniken, Instituten und Fachabteilungen werden allein am Standort Frankfurt Höchst jährlich mehr als 37.000 stationäre und 100.000 ambulante Patienten versorgt. Über 2.000 Mitarbeiter setzen sich täglich mit modernster Diagnostik und Therapie für die Gesundheit der uns anvertrauten Patienten ein. Fünf Schulen für pflegerische und nichtärztliche medizinische Fachberufe leisten einen wichtigen Beitrag zum Ausbildungsangebot in der Region. Ein moderner Neubau wird bis 2021 errichtet.


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