11.01.2018, Frankfurt am Main

Prof. Dr. med. Klaus Haag in den Ruhestand verabschiedet/Priv. Doz. Dr. med. Hendrik Manner neuer Chefarzt

Mit Prof. Dr. med. Klaus Haag verabschiedete sich zum Jahreswechsel nicht nur der langjährige Chefarzt der Klinik für Innere Medizin 2 (Gastroenterologie, Diabetologie/Endokrinologie, Infektiologie, Allgemeine Innere Medizin) in den Ruhestand, sondern auch ein höchst kompetenter und überregional anerkannter Mediziner sowie eine allseits respektierte Persönlichkeit.

Der gebürtige Freiburger (Breisgau) leitete die Klinik für Innere Medizin 2 am Klinikum Frankfurt Höchst mehr als 20 Jahre und war von 2010 bis Mitte 2017 stellvertretender Ärztlicher Direktor. Als Leiter des zertifizierten Darmkrebszentrums, Pankreaskrebszentrums sowie des Leberzentrums (jeweils gemeinsam mit Prof. Dr. med. Matthias Schwarzbach, Chefarzt der Chirurgie) forcierte er die ganzheitliche, qualitätsgesicherte, evidenz- und leitlinienbasierte Behandlung der Patienten, u.a. mit der besonderen Expertise im Bereich der Behandlung von dekompensierten Leberzirrhosen und deren Komplikationen (z.B. TIPS). Die Abkürzung TIPS steht für „transjugulärer intrahepatischer portosystemischer Stentshunt“. Mit einem TIPS wird eine minimal-invasive Verbindung zwischen Pfortader und Lebervene durch einen in der Leber platzierten Stent, der die beiden Gefäße miteinander verbindet, geschaffen, wodurch der Pfortaderhochdruck entscheidend gesenkt werden kann. Allein während seiner Höchster Zeit nahm er 500 TIPS-Eingriffe vor und zählt damit zu den deutschlandweit führenden Experten auf diesem Gebiet. 

Von 1970 bis 1976 studierte er zunächst das Fach Physik an der Universität Freiburg, das er mit einem Diplom abschloss. Von 1976 bis 1982 folgte das Studium der Humanmedizin, ebenso an der Universität Freiburg. Die Approbation erlangte Prof. Haag im Mai 1982, kurz darauf die Promotion. Bis zu seiner Berufung als Chefarzt der Klinik für Innere Medizin 2 in Höchst am 1. April 1997 war er als Oberarztassistent bzw. Oberarzt an der Medizinischen Universitätsklinik Freiburg tätig, wo er 1991 auch habilitierte und ihm die Lehrbefähigung für die Innere Medizin erteilt wurde. Den Lehrauftrag erhielt er sowohl für die Medizinerausbildung in Freiburg als auch an der Universität Frankfurt am Main. Er wirkte im Rahmen der DGIM-Kongresse auch bei gastroenterologischen Fortbildungen zum Thema "abdominelle Farbdopplersonographie" mit und hat dazu beigetragen, die Farbdopplersonographie in der Inneren Medizin „salonfähig“ zu machen, wie er selbst sagt. Als langjähriger Kursleiter für Farbdopplersonographie in vielen medizinischen Gebieten (u.a. Abdomen, Onkologie, Gynäkologie, Nephrologie, Neurologie, Augenheilkunde) hat er zudem  der Farbdopplersonographie in weiteren medizinischen Disziplinen den Weg geebnet. 

Mit Blick auf die gesundheitspolitischen Reformen der vergangenen Jahrzehnte wünscht er sich eine stärkere politische Beachtung die ethischen Leitlinien der Medizin. „Es darf nicht sein, dass als "guter" Arzt im System nur ein wirtschaftlich erfolgreicher gilt. Denn dies kann auf Dauer zu gravierenden Fehlentwicklungen führen“, so Prof. Haag. Seinem Nachfolger Priv. Doz. Dr. Manner und seinem Team wünschte er viel Erfolg.

„Für sein langjähriges, erfolgreiches Engagement danken wir Prof. Dr. med. Klaus Haag sehr herzlich und wünschen ihm alles Gute für seinen neuen Lebensabschnitt“, so Klinikgeschäftsführerin Dr. Dorothea Dreizehnter und Prof. Dr. med. Lothar Schrod, Ärztlicher Direktor. 

Prof. Dr. med. Haag ist Mitglied des Beirates des Klinikverbundes Frankfurt-Main-Taunus, der Mitte 2017 seine Arbeit aufgenommen hat. Er ist Gründungsmitglied des Förderkreises des Klinikums Frankfurt Höchst, dem er auch in seinem Ruhestand verbunden bleibt. Prof. Haag ist zudem Ehrenmitglied des Gesundheitsnetzwerkes Rhein-Main e.V.

Priv. Doz. Dr. med. Hendrik Manner wird neuer Chefarzt 

Priv. Doz. Dr. med. Hendrik Manner übernimmt zum 15. Januar die Leitung der Klinik für Gastroenterologie, Diabetologie, Infektiologie und Allgemeine Innere Medizin am Klinikum Frankfurt Höchst. Der 44jährige ist international anerkannter Experte für die endoskopische Diagnostik und Therapie bei Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes. 

Seine klinische Ausbildung erhielt Priv. Doz. Manner an den HSK Wiesbaden bei Prof. Ell, dem weltweiten Pionier für die Therapie früher bösartiger Veränderungen im oberen Magen-Darm-Trakt. Zuletzt war er mehrere Jahre Geschäftsführender Oberarzt und Leiter der Endoskopie bei Prof. Kiesslich. 

Priv. Doz. Manner hat neue schonende Verfahren in die Gastroenterologie eingeführt, welche eine nebenwirkungsarme Entfernung früher bösartiger Veränderungen, z.B. beim Barrettösophagus, erlauben. Er verfügt über eine besonders hohe Expertise in den Techniken der endoskopischen Resektion. Hierbei wird bösartiges Gewebe mit speziell entwickelten feinen Messerchen endoskopisch, also ohne eine offene Operation und organerhaltend entfernt, was sich auf die Lebensqualität der betroffenen Patienten sehr positiv auswirkt. In den letzten Jahren etablierte Priv. Doz. Manner an seiner bisherigen Klinik die besonders schonende, endoskopisch gesteuerte Muskeldurchtrennung (perorale endoskopische Myotomie, POEM) bei funktionellen Erkrankungen der Speiseröhre und bei Magenentleerungsstörungen. 

Nach dem Medizinstudium an den Universitäten Kiel, Freiburg und Innsbruck begann Priv. Doz. Manner seine klinische Ausbildung an den Städtischen Kliniken München. 2002 wechselte er an die Klinik von Prof. Ell in Wiesbaden, wo er über die Universitätsmedizin Mainz habilitierte und langjährig als Oberarzt tätig war. Priv. Doz. Manner ist Kursleiter für endoskopische Resektions- und Ablationsverfahren und die Dünndarmendoskopie bei nationalen und internationalen medizinischen Kongressen.

Am Klinikum Frankfurt Höchst möchte Priv. Doz. Manner besonders die diagnostische und interventionelle Endoskopie stärken. Die modernen endoskopischen Verfahren sollen in der ganzen Bandbreite etabliert und weiterentwickelt werden. Zugleich möchte er die Höchster Tradition der Hepatologie und der fächerübergreifenden Tumor- und Organzentren in enger Partnerschaft mit der Viszeralchirurgie unter Leitung von Prof. Dr. med. Matthias Schwarzbach und den anderen klinischen Fächern sowie der Medizinischen Klinik II der Main-Taunus-Kliniken unter Leitung von Prof. Dr. med. Clemens Jaeger voranbringen. Gerade auch die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen sollen dabei eng eingebunden werden. „Ich bin sehr stolz, das Amt von Prof. Haag übernehmen zu dürfen und freue mich auch sehr auf die Zusammenarbeit mit meinem Kollegen Prof. Jaeger aus den Main-Taunus-Kliniken. Wir möchten Spitzenmedizin mit Herz für Frankfurt und überregional anbieten. Wir sind diesbezüglich hervorragend für die Zukunft aufgestellt“, so Priv. Doz. Dr. Manner.

Über das Klinikum
Die Klinik für Innere Medizin 2 ist ausgewiesenes Zentrum für Gastroenterologie, interventionelle Endoskopie, Diabetologie, Infektiologie. Überregionalen Ruf genießt sie in der Diagnostik und Therapie früher bösartiger Veränderungen von Speiseröhre, Magen, Dickdarm. Eine besondere Expertise liegt dabei in modernen endoskopischen Therapieverfahren. In enger Kooperation mit der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie (Chefarzt Prof. Dr. med. Matthias Schwarzbach) bildet es das jeweils zertifizierte Leber-, Pankreas- und Darmzentrum (DGAV, DKG).

Das Klinikum Frankfurt Höchst ist ein leistungsstarker Maximalversorger im größten kommunalen Klinikverbund der Region, der Kliniken Frankfurt Main-Taunus GmbH. In den 22 Kliniken, Instituten und Fachabteilungen werden allein am Standort Frankfurt Höchst jährlich über 36.000 stationäre und 80.000 ambulante Patienten versorgt. Über 2.000 Mitarbeiter setzen sich täglich mit modernster Diagnostik und Therapie für die Gesundheit der uns anvertrauten Patienten ein. Fünf Schulen für pflegerische und nichtärztliche medizinische Fachberufe leisten einen wichtigen Beitrag zum Ausbildungsangebot in der Region. Ein moderner Neubau wird bis 2019 errichtet.


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