29.06.2018, Frankfurt am Main

Erste Klinik im Rhein-Main-Gebiet: Kompetenzzentrum für chirurgische Erkrankungen des Bauchfells zertifiziert

Das Bauchfell (Peritoneum) ist eine dünne Haut die den gesamten Bauchraum auskleidet und die inneren Organe umhüllt. Jährlich erkranken circa 25.000 Patienten in Europa an einem Tumorbefall des Bauchfells. Häufig kommt es dann zu einer Aussaat von Tochtergeschwülsten in die Bauchhöhle. Die Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, unter Leitung von Chefarzt Prof. Dr. med. Matthias Schwarzbach, ist als erstes Zentrum für chirurgische Erkrankungen des Peritoneums in Frankfurt am Main und der Rhein-Main-Region (und als neuntes deutsches Zentrum) von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) e.V. zertifiziert worden. Es handelt sich hierbei um eine spezielle onkologische Chirurgie zur Behandlung von Erkrankungen des Bauchfells, insbesondere der Bauchfellkarzinose (Ausbreitung eines bösartigen Tumors im Bauchfell und in der freien Bauchhöhle).

Vor einigen Jahren galt dies noch als eine Erkrankung, die chirurgisch nicht behandelbar sei. Dabei kann der Tumorbefall auf einzelne Abschnitte (Quadranten) oder auf das gesamte Peritoneum ausgedehnt sein. „Die Peritonealkarzinose ist immer Ausdruck eines fortgeschrittenen Krebsleidens und geht mit einer deutlich reduzierten Lebenserwartung einher“, weiß der erfahrene Chirurg Prof. Schwarzbach und ergänzt: „Häufig stellen die in diesem Zusammenhang auftretenden Komplikationen, z.B. aufgrund des zunehmenden Tumorwachstums eine Einengung des Darmes oder der Harnleiter, medizinisch gravierende Behandlungsprobleme dar.“

Aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse hat sich an spezialisierten chirurgischen Zentren in den letzten Jahren mit der sogenannten HIPEC (hypertherme intraperitoneale Chemoperfusion) eine innovative, kombiniert chirurgisch-medikamentöse Therapie zur Behandlung dieser Erkrankung etabliert. Bereits seit 2010 wird die HIPEC im Klinikum Frankfurt Höchst erfolgreich angewandt und weiterentwickelt. Sie stellt eine innovative Behandlungsmethode gegen die Streuung von Tumoren in den Bauchraum dar und kombiniert die Entfernung aller sichtbaren Tumorknoten mit der "vor Ort"-Gabe einer hyperthermen Hochdosis-Chemotherapie. Hierbei wird eine Spüllösung mit einem Chemotherapeutikum versehen und bei circa 42 Grad Celsius für 60 Minuten mit Hilfe einer Herzlungenmaschine lokal im Bauchraum verteilt.

„Die Zertifizierung durch die chirurgische Arbeitsgemeinschaft Onkologie der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie bestätigt neben unserer fachlichen Expertise auch die hohe Behandlungsqualität bei chirurgischen Erkrankungen des Bauchfells mit dem HIPEC-Verfahren. Zugleich soll es betroffenen Patienten Mut machen, sich in hochspezialisierten Kompetenzzentren, wie dem Klinikum Frankfurt Höchst, behandeln zu lassen – nur hier kann eine bestmögliche Therapie und damit eine deutlich längere Lebenserwartung gewährleistet werden“, betont Prof. Schwarzbach.  

Über das Tumorzentrum Frankfurt Höchst (TFH)
Die Etablierung des Tumorzentrum Frankfurt Höchst dient der Erweiterung der guten medizinischen und pflegerischen Versorgung durch die einzelnen Fachkliniken am Klinikum Frankfurt Höchst zu einer interaktiven, fachabteilungsübergreifenden optimierten Versorgung der Patienten. Hierbei bilden die nachfolgenden Zentren weitere Spezialisierungen, die entweder direkt zum Tumorzentrum gehören wie das Brustzentrum (zertifiziert durch die DKG/DGS), das Gynäkologische Krebszentrum (zertifiziert durch die DKG), das Darmkrebszentrum (zertifiziert durch die DKG) und das Viszeralonkologische Zentrum für Darmkrebs und Pankreaskrebs (zertifiziert durch die DKG) oder als Kompetenzzentrum am Klinikum Frankfurt Höchst mit ihrem Versorgungsangebot die Behandlung onkologischer Erkrankungen unterstützen. Hierzu gehören das Kompetenzzentrum für chirurgische Erkrankungen des Pankreas (zertifiziert durch die DGAV und die DKG), das Kompetenzzentrum für chirurgische Koloproktologie (zertifiziert durch die DGAV) sowie das Kompetenzzentrum für chirurgische Erkrankungen der Leber (zertifiziert durch die DGAV).

Über das Klinikum
Durch die Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie werden auf ihren verschiedenen Spezialgebieten sämtliche operative Verfahren im Gesamtgebiet der Chirurgie durchgeführt.

Das Klinikum Frankfurt Höchst ist ein leistungsstarker Maximalversorger im größten    kommunalen Klinikverbund der Region, der Kliniken Frankfurt Main-Taunus GmbH. In den 22 Kliniken, Instituten und Fachabteilungen werden allein am Standort Frankfurt Höchst jährlich mehr als 37.000 stationäre und 100.000 ambulante Patienten versorgt. Über 2.000 Mitarbeiter setzen sich täglich mit modernster Diagnostik und Therapie für die Gesundheit der uns anvertrauten Patienten ein. Fünf Schulen für pflegerische und nichtärztliche medizinische Fachberufe leisten einen wichtigen Beitrag zum Ausbildungsangebot in der Region. Ein moderner Neubau wird bis 2019 errichtet.


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