03.09.2018, Frankfurt am Main

2000. Aortenstentprothese im Klinikum eingesetzt

Im Klinikum Frankfurt Höchst wurde am Donnerstag die 2000. Aortenstentprothese seit August 1994 eingesetzt. Das Team von Guido Rouhani versorgte einen 70 Jahre alten Patienten, der an einem unmittelbar an den Nierenarterien beginnenden ausgedehnten Aortenaneurysma mit einer für alle Operationsmethoden schwierigen Anatomie litt, in einer dreieinhalbstündigen Operation. Eine individuell angefertigte, mit Fenstern für die lebensnotwendigen Eingeweidearterien versehene Prothese wurde über kleine Schnitte in der Leiste in die Hauptschlagader des Patienten eingesetzt. Ein Winkel von 90 Grad in der Aorta unterhalb der Nierenarterien war dabei sowohl für die komplexe Operationsplanung, als auch für den Eingriff eine besondere Herausforderung. „Seit 28 Jahren stellt in unserer Klinik die Therapie von Aortenaneurysmen mit Hilfe von endovaskulären Prothesen die Therapie der ersten Wahl bei geeigneten Patienten dar“, so Rouhani und ergänzt: „Einer der größten Fortschritte in der Gefäßchirurgie der vergangenen Jahre ist die sogenannte minimal-invasive Chirurgie. Das bedeutet, dass im gefäßchirurgischen Alltag viele Operationen, die früher durch größere, belastendere und komplikationsträchtigere offene Operationsverfahren durchgeführt wurden, durch Stentprothesen und kathetergestützte Verfahren ersetzt oder als sogenannte Hybridverfahren ergänzt werden.“

Eine Erweiterung der Bauchschlagader kann für betroffene Patienten eine ernste Bedrohung darstellen. Erreicht die Bauchschlagadererweiterung einen bestimmten Querdurchmesser (z. B. mehr als 5 cm), so besteht die Gefahr, dass die Bauchschlagader platzt. Zur Behandlung der erweiterten Bauchschlagader können Gefäßchirurgen zwischen zwei Verfahren wählen: der offenen Operation und der endovaskulären. Bei letzterer handelt es sich um einen minimal-invasiven Eingriff. Das heißt die Gefäßchirurgen führen über die beiden Leistenarterien eine Aortenstentprothese in die Bauchschlagader ein und schalten damit das Aneurysma aus. Hierfür sind lediglich zwei kleine Leistenzugänge erforderlich, durch die die ummantelte Stentprothese in den Körper eingebracht wird. Der Stent wird durch Eigenspannung in der Aorta verankert. Da sich die Aorta im Laufe des Lebens verändern kann, ist die Stentprothese einem dynamischen Prozess ausgesetzt. Daher sind regelmäßige Kontrollen notwendig, um zu überprüfen, ob die Stentprothese intakt ist und eine komplette Abdichtung zum Aneurysma besteht. Bei seltenen Problemen besteht die Möglichkeit zur Korrektur.

Die Patienten profitieren in der Regel durch eine geringere Sterblichkeit im Vergleich zur konventionellen offenen Operation, kürzere Krankenhausaufenthalte, geringere Komplikationsraten und vor allem durch eine schnellere Erholung von dem Eingriff. Durch die große Erfahrung im Einsatz von komplexen Stentprothesen mit Seitenarmen für alle Bauch- und Beckenorgane konnte dies ohne Kompromisse bezüglich der Haltbarkeit der Gefäßreparatur erzielt werden. Guido Rouhani war als junger Chirurg in seiner Facharztweiterbildung Teil des Teams von Prof. Dr. W.-J. Stelter, dem früheren Chefarzt und Pionier dieser revolutionären Operationstechniken. 2008 übernahm er als Oberarzt die Leitung der Endovaskulären Gefäßchirurgie und damit das Werk von Prof. Stelter, das er im Bereich der komplexen und individuell gefertigten Stentprothesen weiter ausbaute.

Zu den häufigsten Eingriffen, die sowohl konventionell-operativ als auch minimalinvasiv mit Kathetertechniken behandelt werden, zählen krankhafte Ausweitungen der Hauptschlagader (Aorta), Einengungen (Stenosen) der Halsschlagader (Carotis), alle Varianten der arteriellen Verschlusskrankheit an Beinen, Armen und dem Körper, Tumorerkrankungen mit Beteiligung der Gefäße, Verletzungen mit Beteiligung der Gefäße und die Anlage von Gefäßzugängen für Dialyse und Chemotherapie. Bereits vor über zehn Jahren konnten darüber hinaus minimal-invasive (endovenöse) Veneneingriffe bei Krampfadern in der Klinik etabliert werden. Die Abteilung für Gefäßchirurgie verfügt damit über eine der längsten Expertisen in Deutschland auf diesem Gebiet.

Über das Klinikum
Die Gefäßchirurgie ist ein eigenständiger Fachbereich unter Leitung von Oberarzt Guido Rouhani innerhalb der Chirurgischen Klinik (Chefarzt: Prof. Dr. med. Matthias Schwarzbach). Sie stellt den zentralen Bestandteil des interdisziplinären Gefäßzentrums am Klinikum Frankfurt Höchst dar. Im Fachbereich Gefäßchirurgie werden Krankheitsbilder der Hauptschlagader (Aorta), Halsschlagader (Carotis), die periphere arterielle Verschlusskrankheit, und Venenerkrankungen behandelt. Hierbei kommen modernste Stentprothesen wie z. B. individuell gefertigte gefensterte und mit Seitenarmen versehen Endoprothesen zum Einsatz. Die Komplexität dieser Eingriffe erfordert ein entsprechend geschultes Team sowie eine enge Kooperation mit Fachbereichen wie der Anästhesie, Intensivmedizin, Radiologie, Neuroradiologie, Diabetologie, Kardiologie, Neurologie und Nephrologie. Dies erweitert die Sicherheit sowie die Behandlungsmöglichkeiten der Patienten und gewährleistet ein individuell optimiertes Behandlungskonzept auch in Zusammenarbeit mit den Kliniken des Main-Taunus-Kreises.

Das Klinikum Frankfurt Höchst ist ein leistungsstarker Maximalversorger im größten kommunalen Klinikverbund der Region, der Kliniken Frankfurt Main-Taunus GmbH. In den 22 Kliniken, Instituten und Fachabteilungen werden allein am Standort Frankfurt Höchst jährlich mehr als 37.000 stationäre und 100.000 ambulante Patienten versorgt. Über 2.000 Mitarbeiter setzen sich täglich mit modernster Diagnostik und Therapie für die Gesundheit der uns anvertrauten Patienten ein. Fünf Schulen für pflegerische und nichtärztliche medizinische Fachberufe leisten einen wichtigen Beitrag zum Ausbildungsangebot in der Region. Ein moderner Neubau wird bis 2019 errichtet.


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