16.01.2019, Frankfurt am Main

Behandlungserfolge nach Schlaganfall sektorenübergreifend verbessern

Klinikum Frankfurt Höchst baut regionales Versorgungsnetzwerk im Rahmen einer bundesweiten Schlaganfallstudie auf

In Deutschland erleiden jährlich rund 260.000 Menschen einen Schlaganfall. Eine Zahl, die sich aufgrund der demographischen Entwicklung in den nächsten Jahrzehnten erhöhen wird. Weltweit gilt der Schlaganfall nach wie vor als die zweithäufigste Todesursache und die dritthäufigste Ursache durch Behinderung geprägter Lebensjahre. Mit einem nahezu flächendeckenden Angebot an Stroke Units und einem dichten Netz an Rehabilitationskliniken erfolgen Akutversorgung und Rehabilitationsbehandlung des Schlaganfalls in Deutschland auf hohem Niveau. Zur längerfristigen Sicherung des Behandlungserfolgs fehlt es Experten zufolge jedoch an einer strukturierten und qualitätsgesicherten Weiterversorgung nach Entlassung aus der Akut- oder Reha-Klinik. Denn etwa drei bis vier Prozent der bundesweit etwa 260.000 Schlaganfallpatienten erleiden nach einem Jahr einen weiteren Schlaganfall. Strukturierte sektorenübergreifende Nachsorgeprogramme sind eine mögliche Strategie, das volle Potential der Sekundärprävention auszuschöpfen und wiederholte Schlaganfälle sowie andere Komplikationen zu verhindern. Mit Hilfe des Projektes „Strukturierte ambulante Nachsorge nach Schlaganfall“ (SANO) soll die Effektivität einer solchen Nachsorgestruktur bundesweit untersucht werden. Im Rhein-Main-Gebiet hat das Klinikum Frankfurt Höchst den Zuschlag für dieses Projekt erhalten. Am Mittwoch, 30. Januar, findet im Klinikum ab 18.30 Uhr ein erster Informationsabend für niedergelassene Haus- und Fachärzte, Mitarbeiter aus Rehabilitationskliniken, Übungsleiter von Sportverbänden, Therapeuten, Ernährungsberater sowie Mitglieder der Selbsthilfegruppen statt. Um Anmeldung an die Leitung der Koordinierungsstelle für klinische Forschung, Diana Isabella Dmytrow, wird gebeten, per Mail Diana.Dmytrow@KlinikumFrankfurt.de oder telefonisch unter 069/3106-3278.

Im Mittelpunkt von SANO steht eine enge Zusammenarbeit zwischen der Klinik mit Stroke Unit und den Leistungsträgern der ambulanten Weiterversorgung. „Das Leben nach dem Schlaganfall erfordert vom Patienten und seinen Angehörigen in vielen Lebensbereichen Veränderungen“, unterstreicht Prof. Dr. med. Thorsten Steiner, Chefarzt der Klinik für Neurologie. „Dafür brauchen die Betroffenen Anleitung und Unterstützung, wie sie insbesondere der Hausarzt und sein Team geben können.“ Um die Stroke Unit herum soll ein Netzwerk aus Hausärzten, Fachärzten, Therapeuten, Pflegenden, Sportvereinen und anderen Leistungsanbietern entstehen, das der Schlaganfall-Koordinator aufbauen wird. Die Patienten werden durch die Hausärzte und die Klinik im Zusammenspiel mit den weiteren Versorgungspartnern ein Jahr lang intensiv betreut. Komplikationen wie Depressionen und Stürze sollen dadurch möglichst vermieden beziehungsweise frühzeitig erkannt werden.

Über SANO
SANO wurde vom Vorstand der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) zusammen mit anderen Neurologen mit einem Schwerpunkt in der Schlaganfallversorgung initiiert und vom Innovations-Fonds des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) gefördert. Das Projekt wird in 30 Regionen in Deutschland durchgeführt. Eine dieser Regionen liegt in Hessen, im Rhein-Main-Gebiet.

Über die Klinik für Neurologie
Pro Jahr werden am Klinikum Frankfurt Höchst 1.100 Schlaganfallpatienten behandelt. Die überregionale Stroke unit der Klinik für Neurologie ist von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft zertifiziert. Hier steht 365 Tage pro Jahr ein erfahrenes Stroke-Team zur Verfügung. In Zusammenarbeit mit der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie werden verschiedene interventionelle Eingriffe an den Hirngefäßen vorgenommen, u.a. die Thrombektomie. Die sogenannte 'Thrombektomie' oder 'mechanische Rekanalisation' ist ein Verfahren, um ein im Rahmen eines Schlaganfalls entstandenes Blutgerinnsel (Thrombus) aus einem Hirngefäß zu entfernen. Dabei wird mit einer Computertomographie (CT) festgestellt, welches Gefäß verschlossen ist und wo der Thrombus sich genau befindet. Anschließend wird ein Katheter über die Leiste bis in das betroffene Gefäß geführt.

Die überregionale Stroke Unit ist eine spezielle Station mit 12 Betten zur Überwachung und Behandlung von akuten Schlaganfällen. Die Patienten werden täglich 24 Stunden lang klinisch sowie über Monitore überwacht und durch besonders ausgebildete Ärzte, Pflegekräfte, Physio- und Ergotherapeuten sowie Logopäden mit hoher Fachkompetenz betreut.

Über das Klinikum
Das Klinikum Frankfurt Höchst ist ein leistungsstarker Maximalversorger im größten kommunalen Klinikverbund der Region, der Kliniken Frankfurt Main-Taunus GmbH. In den 22 Kliniken, Instituten und Fachabteilungen werden allein am Standort Frankfurt Höchst jährlich mehr als 37.000 stationäre und 100.000 ambulante Patienten versorgt. Über 2.000 Mitarbeiter setzen sich täglich mit modernster Diagnostik und Therapie für die Gesundheit der uns anvertrauten Patienten ein. Fünf Schulen für pflegerische und nichtärztliche medizinische Fachberufe leisten einen wichtigen Beitrag zum Ausbildungsangebot in der Region. Ein moderner Neubau wird bis 2020 errichtet.


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