23.04.2019, Frankfurt a.M.

Erste Verbesserungs-Maßnahmen nach Kritik an psychiatrischer Klinik eingeleitet

Wie bereits im März mitgeteilt prüft das Klinikum Frankfurt Höchst gemeinsam mit den Aufsichtsbehörden die in der Sendung des Team Wallraffs erhobenen Vorwürfe, um – dort wo berechtigt – Verbesserungsmaßnahmen abzuleiten. Da wir hierbei nachhaltig vorgehen, wird dieser Prozess noch einige Wochen andauern. Wir haben jedoch bereits ein paar ad-hoc Maßnahmen auf den Weg gebracht bzw. weiter vorangetrieben. Diese sind zum einen im Bereich der Räumlichkeiten zu finden, zum anderen in den Klinikabläufen und bei therapeutischen Aspekten. Eventuelle weitere mittel- und langfristige Veränderungen werden aus der aktuell durchgeführten internen Analyse und den Ergebnissen des externen Beraters, Dr. Kirschenbauer, abgeleitet werden. 

Räumliche Entzerrung

Wie bereits im März betont: Das Gebäude, in dem sich die psychiatrische Klinik befindet, stammt aus den 1980er Jahren und entspricht nicht mehr den heutigen Maßstäben für eine moderne Psychiatrie. Das haben wir schon vor längerer Zeit erkannt und haben für den  dritten Bauabschnitt der Campusentwicklung des Klinikums Höchst einen Neubau der Psychiatrie geplant. Dies wird jedoch noch mindestens fünf Jahre dauern. 

Aus diesem Grund hatte das Krankenhaus bereits vor ca. einem Jahr Pläne entwickelt, die Räumlichkeiten der psychiatrischen Klinik zu entzerren, sobald der Bauabschnitt 1  abgeschlossen und die ersten somatischen Stationen aus dem Bestandsgebäude ins neue Gebäude gezogen sind. Dadurch würde im aktuellen Bau, in dem sich auch die Psychiatrie befindet, mehr Platz für die psychiatrische Klinik frei werden. Architektenpläne für dieses Vorhaben liegen bereits vor. Dies wurde ja bereits in der Pressekonferenz vom 28.3.2019 kommuniziert.

Da dieser Umzug jedoch erst Ende 2020 stattfinden könnte, hat das Krankenhaus nun eine neue Übergangslösung entwickelt, um die räumliche Situation zu entzerren. Diese ist voraussichtlich in ein paar Wochen umsetzbar.

Durch Strukturveränderungen im letzten Jahr ist im Hauptgebäude eine Station freigeworden. Dadurch  ist es möglich, eine der nicht psychiatrischen Stationen aus dem sogenannten D-Bau, in dem sich auch die psychiatrische Klinik befindet, in das Hauptgebäude umzuziehen, und so im D-Bau mehr Raum für die Psychiatrie zu schaffen. Dadurch erhält die Klinik für Psychiatrie im D-Bau mehr Platz. Diese Übergangslösung bleibt bis zur Vollendung des Neubaus der Psychiatrie bestehen. 

Zudem werden wir Sanierungsmaßnahmen schneller umsetzen als bisher. Gleiches gilt für die Realisierung eines neuen Farb- und Beleuchtungskonzepts im D-Bau.

Klinikabläufe und therapeutische Aspekte

Einige Verbesserungsmaßnahmen im therapeutischen Bereich hatte die Klinik bereits vor einiger Zeit auf den Weg gebracht und treibt sie nun weiter intensiv voran. So ist die Realisierung eines Time-out Raumes, der Patienten einen Rückzugsort bietet, schon seit längerem in Planung und derzeit in Umsetzung. Wir befinden uns kurz vor der Beauftragung.

Bereits vor Ausstrahlung der Team-Wallraff  Sendung war auch die Umsetzung der Safewards-Interventionen angestoßen, dies wird weiter vorangetrieben. Die Interventionen reduzieren auf Basis eines evidenzbasierten und praxisorientierten Ansatzes Konflikte und Eindämmungsmaßnahmen. Dazu bauen sie unter anderem auf Partizipation, Wertschätzung, Hoffnung und Empowerment.

Diese bereits seit längerem in die Wege geleiteten Schritte werden mittlerweile durch eine Reihe weiterer Sofort-Maßnahmen ergänzt:

  • Wir sind aktuell dabei, die Aufnahmeprozesse stationärer Patienten zu überarbeiten und die therapeutischen Angebote der Klinik zu intensivieren. Hier befinden wir uns in der Erarbeitung.
  • Die Kapazitäten für Schulung und Weiterbildung, z.B. ProDeMa-Teamschulungen, Angebote für Supervision und Nachsorge der Beschäftigten werden erhöht. Erste Termine konnten für Mai arrangiert werden.
  • Nicht zuletzt haben wir damit begonnen, das Beschwerdemanagement der Klinik proaktiver auszurichten und die Kontaktmöglichkeiten zu unserem internen Beschwerdemanagement den Patienten gegenüber noch offensiver zu kommunizieren. So wurden zusätzlich zu den bereits bestehenden Infomaßnahmen (z.B. Hinweis in Patientenbroschüre, Auslage Visitenkarten des Beschwerdemanagements, Hinweis auf Internetseite) entsprechende Plakate im Haus aufgehängt. Um das Beschwerdemanagement auch im Internet etwas deutlicher zu platzieren, haben wir in der Slideshow unserer Startseite eine direkte Verlinkung zur entsprechenden Unterseite hergestellt.  Auch auf Einträge unter klinikbewertungen.de achten wir nun verstärkt, um aufgrund des Feedbacks unserer Patientinnen und Patienten auf Gesprächsangebote über unser Beschwerdemanagement hinzuweisen und auch ggf. Handlungsbedarf zu erkennen. Für den Fall, dass sich ein Patient nicht an uns, sondern an eine unabhängige Ansprechperson melden möchte, liegen bereits seit langem Informationen der unabhängigen Patientenfürsprecherin aus.

Sie erreichen unser Beschwerdemanagement unter:
Telefon 069 3106-2436 oder
E-Mail Beschwerdemanagement@KlinikumFrankfurt.de

© Klinikum Frankfurt HoechstImpressum. Datenschutz.