30.04.2019, Frankfurt am Main

Schlaganfall-Einheit des Klinikums erfolgreich rezertifiziert

Als Beleg für die hohe fachliche Expertise und Behandlungsqualität in der Akutversorgung von Schlaganfällen wurde die überregionale Stroke Unit der Klinik für Neurologie, unter Leitung von Chefarzt Prof. Dr. med. Thorsten Steiner, kürzlich durch die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft und die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe erfolgreich rezertifiziert. In Deutschland erleiden jährlich rund 260.000 Menschen einen Schlaganfall, Tendenz steigend. Trotz vielfältiger Ursachen sollten alle Patienten mit Schlaganfallsymptomen sofort den Notruf 112 benachrichtigen, von wo aus der Transport auf die nächstgelegene Stroke Unit (Schlaganfall-Einheit), wie die am Klinikum Frankfurt Höchst, organisiert wird.

Die überregionale Stroke Unit am Klinikum Frankfurt Höchst ist eine spezielle Station mit acht Betten zur Überwachung und Behandlung von akuten Schlaganfällen. Die Patienten werden täglich 24 Stunden lang klinisch sowie über Monitore überwacht und durch besonders ausgebildete Ärzte, Pflegekräfte, Physio- und Ergotherapeuten sowie Logopäden mit hoher Fachkompetenz betreut.

Pro Jahr werden auf der Schlaganfallstation am Klinikum Frankfurt Höchst 1.100 Schlaganfallpatienten behandelt. Rund um die Uhr steht ein erfahrenes Stroke-Team zur Verfügung, dass in Zusammenarbeit mit der Klinik für Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin verschiedene interventionelle Eingriffe an den Hirngefäßen vornimmt, u.a. die „Thrombektomie“ oder „mechanische Rekanalisation“. Mit diesem Verfahren können im Rahmen eines Schlaganfalls entstandene Blutgerinnsel (Thrombus) aus einem Hirngefäß entfernt werden. Dabei wird mit einer Computertomographie (CT) festgestellt, welches Gefäß verschlossen ist und wo der Thrombus sich genau befindet. Anschließend wird ein Katheter über die Leiste bis in das betroffene Gefäß geführt.

„Aktuelle Studien belegen, dass die Katheterbehandlung (Thrombektomie) einer alleinigen medikamentösen Therapie deutlich überlegen ist“, betont Prof. Steiner und ergänzt: „Beginnt die Therapie innerhalb der ersten viereinhalb Stunden stehen die Chancen gut, selbst bei einem schweren Schlaganfall ein normales Leben ohne einschränkende Behinderung weiterführen zu können.“  

Um die Behandlungserfolge nach einem Schlaganfall sektorenübergreifend weiter zu verbessern und wiederholte Schlaganfälle sowie andere Komplikationen zu verhindern, baut das Klinikum Frankfurt Höchst zudem seit Kurzem ein regionales Versorgungsnetzwerk im Rahmen einer bundesweiten Schlaganfallstudie auf. Mit Hilfe des Projektes „Strukturierte ambulante Nachsorge nach Schlaganfall“ (SANO) soll die Effektivität einer solchen Nachsorgestruktur bundesweit untersucht werden.

Über SANO
SANO wurde vom Vorstand der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) zusammen mit anderen Neurologen mit einem Schwerpunkt in der Schlaganfallversorgung initiiert und vom Innovations-Fonds des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) gefördert. Das Projekt wird in 30 Regionen in Deutschland durchgeführt. Eine dieser Regionen liegt in Hessen, im Rhein-Main-Gebiet.

Über das Klinikum
Die Main-Taunus-Kliniken Hofheim und das Klinikum Frankfurt Höchst führen seit dem 1.1.2013 die Schlaganfallversorgung in einem gemeinsamen, flächendeckenden Konzept der Region Main-Taunus durch. Dieses Projekt läuft unter der Leitung von Prof. Dr. med. Thorsten Steiner, Chefarzt der Stroke Unit am Klinikum Frankfurt Höchst sowie der Main-Taunus-Kliniken am Standort Hofheim.

Die Schlaganfalleinheit in Hofheim verfügt derzeit über vier bis sechs Betten. Jährlich werden ca. 300 Patienten behandelt. Patienten mit akutem Schlaganfall werden am Klinikum Frankfurt Höchst versorgt, wenn weitergehende Maßnahmen, wie z.B. eine Thrombektomie  oder operative oder neuroradiologisch-interventionelle Maßnahmen erforderlich werden. Die Versorgung am Klinikum Frankfurt Höchst erfolgt im Kopf-Neuro-Zentrum, das aus den Kliniken für Neurologie, Neuroradiologie (in Kooperation mit der Universitätsklinik Heidelberg), Neurochirurgie sowie der Gefäßchirurgie gebildet wird.

Das Klinikum Frankfurt Höchst ist ein leistungsstarker Maximalversorger im größten kommunalen Klinikverbund der Region, der Kliniken Frankfurt Main-Taunus GmbH. In den 22 Kliniken, Instituten und Fachabteilungen werden allein am Standort Frankfurt Höchst jährlich mehr als 37.000 stationäre und 100.000 ambulante Patienten versorgt. Über 2.000 Mitarbeiter setzen sich täglich mit modernster Diagnostik und Therapie für die Gesundheit der uns anvertrauten Patienten ein. Fünf Schulen für pflegerische und nichtärztliche medizinische Fachberufe leisten einen wichtigen Beitrag zum Ausbildungsangebot in der Region. Ein moderner Neubau wird bis 2020 errichtet.


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